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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Geschichte der Juden.

Logik, Mathematik, Physik, Astronomie und Weltweisheit abzuquälen.Im weiteren Verlaufe verfällt aber Kalonymos' Satyre in bitterenErnst. Die Gesunkenheit seiner jüdischen Zeitgenossen und die blutigenVerfolgungen, von den Hirten und Aussätzigen hervorgerufen, verscheuchtenseine spöttelnde Laune, und seine Satyre wurde zum Klageliede. InRom, das ihm der König Robert zum Aufenthalt anwies, und wohin erihn mit Empfehlungsschreiben versah, gerieth Kalonymos in einen fröh-lichen, lebenslustigen, schöpferischen Kreis, und er wurde von ihm angeregt,eine eigene Parodie zu schreiben. Er verfaßte einen Tractat für denjüdischen Faschingstag (Purim), worin er den Gedankcngang desTalmud, seine Methode, seine Controversen und Abschweifungen mitvielem Witz copirte. Es ist eine feine Parodie, welche die Lach-muskeln immerfort in Spannung erhält, und von der man nicht weiß,ob es blos ein harmloser Faschingsscherz oder eine Satyre auf denTalmud sein sollte^). Nebenher wirft er Streiflichter auf einigerömische Persönlichkeiten: auf einen jüdischen Vorsteher, dessen Fraueinen Cardinal zum Vater hatte unddie Cardinalin" genanntwurde t; auf eine Stadt im Römischen, deren Gemeindeglieder aufSchachspiel erpicht waren. Kalonymos nahm in der römischen Ge-meinde eine geachtete Stellung ein. Schön von Gestalt, von reichemWissen, gediegenem Charakter und gehoben durch die Gunst des KönigsRobert von Neapel, war er Aller Liebling. Die italienischen JudenWaren stolz auf ihn^). Aber ein Dichter war Kalonymos nicht, nochweniger ein Künstler. Verse konnte er nicht zu Stande bringen, undauch seine Prosa ist weder gewählt, noch schön. Selbst seine Satyreerscheint schwerfällig; sie kann sich nur auf Stelzen der Gelehrsamkeitbewegen.

Viel begabter, reicheren und beflügelteren Geistes war sein ältererFreund und Bewunderer Immanuel b. Salomo Romi (geb. um1265, st. um 1330Z. Er war im Mittelalter eine in jüdischen Kreisen

*) L'ino ribr.v und W 1 W NV 2 V genannt, zuerst edirt Venedig 1552. Daß esin Rom versaßt wurde, ergiebt sich aus den vielfachen Anspielungen auf Nomund Ancona im zweiten und letzten Abschnitt, worauf auch Zunz a. a. O. auf-merksam gemacht hat. Unter dem einige Mal genannten '1 scheint Imma-nuel gemeint zu sein.

2 ) Im letzten Abschnitt ist wohl der Satz: '01 n-rnv ii'i (nnnm) nn

rmi'-wp nrnn i'-npi rm.n, so zu verstehen, wenn man statt rn^'iip liest rnbniipvielleicht geflissentlich versetzt.

b) Immanuel LlaoUbsrsb dic>. 23.

Seine Lebenszeit genau zu bestimmen ist nicht leicht und die Unter-suchungen von Zunz a. a. O. sowie die im Orient. Literaturbl. Jahrg. >813No. I ff. lassen noch Manches zu wünschen übrig. Man muß dabei von festenDaten ausgehen. Zweimal bezeichnet Im. in Naollbsrsb das Jahr >328 (in