Kalonymos b. Kalonymos.
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und übersetzte schon in der Jugend (1307 — 1317*) medicinische,astronomische und philosophische Schriften aus dieser Sprache insHebräische. Kalonymos b. Kalonymos war aber nicht blos Hand-langer und Dolmetsch auf dem Gebiete der Wissenschaft, sondern erhatte Geist genug, selbstständige Betrachtungen anzustellen. DasGebiet metaphysischer Spekulationen bei Seite lassend, beschäftigte ersich mehr mit der reinen Moral, die er namentlich seinen Glaubens-genossen einprägen wollte, „weil deren Verkennung und Vernachlässigungdie Menschen zu allerlei Verkehrtheiten und zu gegenseitigem Schadenführe". Er behandelte die Moral aber nicht auf trockene Weise,sondern suchte sic in ein anziehendes Gewand zu kleiden. Zu diesemZwecke überarbeitete Kalonymos einen Theil der arabischen Encyklopädieder Wissenschaft (die unter dem Namen Abhandlungen der auf-richtigen Brüder im Umlauf war^), in ein Wechselgespräch zwischenMenschen und Thieren und gab diesem Thema eine jüdische Färbung.
In einem andern Werk „Stein der Prüfung" (verfaßt Ende1322 2) hielt Kalonymos b. Kalonymos seinen jüdischen Zeitgenosseneinen Spiegel vor, in dem sie ihre Verkehrtheiten, Thorheiten undSünden erkennen konnten. Um sich nicht den Schein des lauterenSittenrichters zu geben, zählte er sein eignes Sündenregister auf, dasaber mehr Saiyre als Bekenutniß ist. In einem Anflug von Launeironisirte Kalonymos sogar das Judenthum. Er wünschte, er wäreals Mädchen geboren, so trüge er nicht die Last von sechshundert-unddreizehn Religionsgesetzen und noch dazu so vieler talmudischenUmzäunungen und strengen Satzungen, die man bei aller Gewissen-haftigkeit unmöglich erfüllen könne. Als Frauenzimmer brauchte ersich auch nicht mit so viel Gelehrsamkeit zu plagen, Bibel, Talmudund die vielen dazu gehörigen Fächer zu stndiren, sich auch nicht mit
fl Zunz a. a. O. H. S, 317.
fl Vergl. über diese Encyclopädie Flügel in der Zeitschrift der deutschenmorgen!. Gesellschaft Jahrg. 1859 Anfang. Haneberg hat in den Sitzungs-berichten der Münchener Akademie der Wissenschaften (1866 S. 89 ff.), nach-gewiesen , daß Gsbirol's Philosophie von den Lehren dieser arabischen Ency-clopädie beeinflußt sei (vergl. Guttmann, die Philosophie des Salomon Jbn-Gabirol 1889 S. 35 ff.). Kalonymos' m-n ppa bildet den einen Theil des5. Abschnittes des im pwn "i>oi (Abhandlungen der aufrichtigen Brüder),in der hebräischen Ausgabe corrumpirt nr>r imwn. Eine deutsche Bearbeitungdieser Schrift des Kalonymos hat I. Landsberger Darmstadt 1882 veröffent-licht. Ueber ein hervorragendes Werk des Kalonymos, in dem eine Zahlcntheorieauseinandergesetzt wird und das vermuthlich einen Theil eines größeren Werkesunter dem Titel o'-iun -wo bildete, vergl. Steinschneider in Geiger's Jüd Zeit-schrift VIII. S. 118 ff., über Kalonymos Uebersetzerthätigkeit: Steinschneiderdic hebr. Uebersetzungen.
fl pa pn erste Edition Neapel 1489.