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Geschichte der Juden.
weltliche Mittel. Sie schickten einen gewandten Sendboten an denpäpstlichen Hof nach Avignon und an den König Robert von Neapel,den Gönner der Juden, der sich damals daselbst in Staats-
angelegenheiten aufhielt. Der Dichter Immanuel schildert diesenjüdischen Abgeordneten als einen hochbegabten Dichter, beliebt beiFürsten, kundig der arabischen, hebräischen und lateinischen Sprache,„der sich großen Gefahren aussetzte, um seinen leidenden BrüdernRettung zu verschaffen". Es gelang diesem Sendboten durch Ver-mittelung des Königs Robert, die Unschuld der römischen Juden ander ihnen angedichteten Verhöhnung des Kreuzes oder an einemandern ihnen zur Last gelegten Vergehen zu beweisen. Die letztenBedenken hoben noch 20,000 Ducaten, welche die römische Gemeindeder judenfeindlichen Schwester des Papstes geschenkt haben soll. —Die Juden Roms haben ihre Leidensschule später als die der übrigenLänder angetreten. Dafür dauerte sie um so länger!
Während der König Robert sich in Südfrankreich aufhielt, scheinter einen kenntnißreichen, herzgewinnenden jüdischen Satyriker Kalo-nymos b. Kalonymos kennen gelernt und in seinen Dienst ge-nommen zu haben. Dieser begabte Mann (geb. 1287, st. vor 1337 ^besaß gediegene Kenntnisse, war, was an einem Provenzalen sehr merk-würdig ist, sogar in der arabischen Sprache und Literatur heimisch
M)mos auf Einladung seines Verwandten von Nom nach der Provence, abernicht in einem gesandtschaftlichen Aufträge abreisen. 3) Den anonymen Ab-geordneten rühmt Immanuel als V erskünstler, dessen Gedichte er gelesen und
bewundert habe: 1211 ii,2'2i> bp22,-und weiter '222-22 woni 22-u mc-2 22-
,22p PL'bm '222 P2'b2, '22p Pwb2 22P211 P22:i 2'2>1 ,b, 2U21 22'N 1'2'2'2 121.1
während er von Kalonymos, so hoch er ihn auch sonst stellt, ausdrücklich bezeugt,er habe kein Gedicht je von ihm gesehen: ,12^22 2x11 b,pL- 2-2- 2:2-,(0,221^2) (Uo. 22>. Kalonymos war sicher nicht der Abgeordnete der römischenGemeinde, um die ihr drohende Verfolgung abzuwenden. Kalonymos war1321 noch gar nicht in Rom anwesend.
*) Immanuel Nomi Naollborst Rc>. 23: i-v 221p 012212p '1 u>22i 2211121'211 ii-21 221-m 12,2V i2ni-2 1222-2. Vergl. über ihn Zunz in Geigers Zeit-schrift II. S. 313 ff. IV. S. 200 f., wo sein Zeitalter ermittelt ist Unbegründetist aber Zunz' Annahme, das; K. b. K. zwischen 1317 — 22 in Rom beschäftigtwar. In seinem Lbsn Doobun, verfaßt 1322, deutet er mit keiner Sylbe an,daß er damals bereits eine Ehrcnstellung eingenommen hätte. Sein Verhältnißzu Robert von Neapel kann daher erst nach diesem Jahre eingetretcn sein. Vonwelcher Art dieses Verhältniß war, ist noch nicht ermittelt. Seine Aufgabekann nicht gewesen sein, arabische Schriften ins Hebräische zu übersetzen, denner hatte bereits bis 1317 seine Uebersetzungen mit Ausnahme einer winzigenSchrift vollendet, ehe er noch mit Robert von Neapel in Berührung kam.Möglich daß ihn dieser engagirt hatte, Uebersetzungen medicinischer und philo-sophischer Schriften ins Lateinische zu veranstalten.