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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Geschichte der Juden.

An verschiedenen Orten wurden nun Juden auf Grund dieser An-schuldigung verhaftet, unbarmherzig gefoltert und zum Theil verbrannt(TammusJuli 1321), In Chi non wurde eine tiefe Grube gegraben,Feuer darin angezündet und hundertundsechzig jüdische Männer undFrauen wurden hineingeworfen, die singend den Feuertod starben^).Die Mütter hatten vorher ihre Kinder hineingeschleudert, um sie nichtder gewaltsamen Taufe preiszugebeu. Fünftausend sollen im Ganzendamals den Feuertod erlitten haben. Viele wurden aus Frankreichverbannt und von der herzlosen Bevölkerung ausgeplündert. Philippwurde zwar später von der Falschheit der Anschuldigung überzeugt;aber da die Juden einmal angeklagt waren, sollten sie auch dem FiskusNutzen bringen. Die Gemeinden wurden daher durch das Parlament zueiner Geldstrafe von 150,000 Pfund (Parisisch) verurtheilt; sie solltendie Leistungen untereinander vertheilen. Deputirte (Ill-oourenrs) vonNordfrankreich (äs In laoxuo ki-Lnyuiss) und von Languedoc kamenzusammen und ordneten an, daß die südfranzösischen Gemeinden,welche durch das vorjährige Gemetzel decimirt und verarmt waren,47,000 Pfund, und das klebrige die nordfranzösischen zu tragen hätten.Die reichsten Juden wurden zur Bürgschaft für die richtige Zahlung inHaft genommen und ihre Güter, so wie ihre Schuldforderungen mitBeschlag belegt^). Unter den Eingekerkerten befand sich ein junger Ge-lehrter, der Philosoph und Astronom Metes aus Marseille, mit seinemjüdischen Namen Samuel b. Jehuda b. Meschullam in Salon,ein Abkömmling des Jakob Perpigniano (VI.^ S. 227), und einanderer, Abba-Mari Abigedor, auch Sen Astrüc de Novesgenannt; er wurde mit Meles in Beaucaire verhaftet ^).

In demselben Jahre drohte der allerältesten europäischen Gemeindeeine große Gefahr, die ihr um so unerwarteter kam, als sie bis dahinvon dem Leidenskelch, den die Juden Englands, Frankreichs und selbstSpaniens so oft leeren mußten, nur wenig gekostet hatte. Geradeweil Rom dem Papst am wenigsten gehörte, sondern den FamilienColonna und Orsini, den Ghibellinen und Guelfen, den großen undkleinen Herren, welche darin ihre Parteifehden auskämpften, bliebendie Juden von der kanonischen Tyrannei verschont. Es war gut fürsie, daß sie wenig beachtet waren. Gerade damals hatten die römischenJuden einen Aufschwung in äußerem Wohlstand und innerer Bildunggenommen. Es gab unter ihnen einige, welche palastähnliche Häuser

*) Lsvus äss Iltmäss äatvss VI. 314.

2) Vaisette llistotrs Asnsrsls äs DsmAnsäoo IV. x. 190, prsuvssx. 184 ff.

2) Munk raslsmAss x. 489 Note, aus einer Handschrift.