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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Das Aussätzigengemetzel.

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Auch das folgende Jahr war sehr trübselig für die Juden, zuerstwieder in Frankreich. Die Veranlassung zu ihrer Verfolgung gabenAussätzige, wovon diese auch den Namen hat (Oosornt Normi-aim Z. DieUnglücklichen, welche mit dem Aussatze behaftet waren, wurden imMittelalter aus der Gesellschaft ausgewiesen, bürgerlich für todt er-klärt, in eigne, ungesunde Quartiere gebracht und so zu sagen ver-pflegt. Als nun einst Aussätzige in der Landschaft Guienne schlechtbeköstigt worden waren, faßten sie den Plan, Brunnen und Flüsse zuVergiften, und führten ihn auch aus, wodurch viele Menschen um-kamen (1321). Als die Sache ruchbar ward und die Aussätzigenunter Tortur ausgefragt wurden, erfand einer derselben, man weißnicht ob aus eigner oder fremder Eingebung, eine lügenhafte Anschul-digung: Die Juden hätten ihnen den Vergiftungsplan eingegeben.

Ein Herr de Peyerac theilte dem König mit einigen Zusätzen dasGeständniß der Aussätzigen mit. Ein reicher Jude hätte ihm zehnLire und das Recept der Giftbereitung gegeben: Menschenblut, Urin,drei unbekannte Pflanzen und dazu eine Hostie, Alles getrocknet undpulverisirt in einem Beutelchen in die Brunnen und Quellen zuwerfen. Der Jude hätte ihm auch viel Geld versprochen, wenn er andereLeidensgefährten für Vergiftung des Trinkwassers gewinnen würde.So unglaublich diese Anklage auch klang, so wurde sie doch allgemeingeglaubt, und selbst der König Philipp V. setzte keinen Zweifel in sie.Bald hieß es, die Juden wollten dadurch Rache nehmen für die Leiden,die sie ein Jahr vorher von den Hirtenschwärmen erduldet hätten;bald, sie wären von dem mohammedanischen König von Granada ge-wonnen worden, die Christen vergiften zu lassen; dann wieder, siehätten es im Einverständniß mit dem mohammedanischen Beherrschervon Palästina gethan, um den beabsichtigten Kreuzzug des KönigsPhilipp zu vereiteln. Der französische Dichter Kalonymos b. Kalonymosbetheuerte, daß die Anklage der Vergiftung gegen die Juden reinerfunden wäre aus Haß der Bevölkerung gegen sie.Es ist ihnenauch nicht in den Sinn gekommen, ein solches Verbrechen zu begehen" ^).

*1 Quellen darüber: Johannes de St. Victor (a. a. O. x. 130 ff), Fort-setzer des Wilhelm von Nangis (a. a. O. x. 78); Vaisette a. a. O. p. 188;Usgue No. 18; Lollsbst cksllucla No. 43 und auch No. 25 (nämlich 7 Jahrenach der Rückkehr der Juden nach Frankreich unter Ludwig X.) und Kalonymosb. Kalonymos a. a. O. Ein Gedicht über die beiden aufeinander folgenden Ge-metzel aus einem handfchr. Katalog der Bodleiana S. 2522.

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2) Kalonymos Dbsn Loollan Ende.

Graetz, Geschichte der Juden. VII.

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