Der Hirten - Kreuzzug.
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Wie fast alle kreuzzüglerischen Unternehmungen mit Niedermetze-lung der Juden begannen, so auch dieses Mal. Die Hirtenschaaren,welche sich bei der Stadt Agen (an der Garonne) gesammelt hatten,machten hier und auf ihrem ganzen Zuge nach Toulouse alle Juden,auf die sie stießen, nieder, sobald diese sich gegen den Empfang derTaufe sträubten. Vergebens ertheilte der König von Frankreich denBeamten den ernstlichen Befehl, die Juden überall gegen diese frechenAnfälle zu schützen. Sie vermochten es nicht, weil das Volk die Hirtenals heilige Streiter verehrte, ihnen Vorschub leistete, und die mili-tärischen Befehlshaber selbst Anfangs Scheu trugen, sich an ihnen zuvergreifen. Etwa 500 Juden hatten in der Festung Verdun (ander Garonne Z eine Zuflucht gefunden, indem ihnen der Commandanteinen festen Thurm eingeräumt hatte. Die Hirten griffen ihn abermit Sturm an, und es entstand ein verzweifelter Kampf. Die Judenwarfen Steine und Balken auf die Belagerer, und diese legten Feueran den Thurm. Da die Juden keine Rettung für möglich hielten,so schritten sie in der Verzweiflung zur Selbstentleibung. Die Un-glücklichen wählten den Angesehensten und Aeltesten in ihrer Mitte, sienacheinander zu tödten. Der alte Mann wählte sich zu diesem schaurigenGeschäft einen kräftigen, jungen Genossen, und beide gingen ans Werk,ihre Leidensgenossen aus dem mühseligen Leben zu schaffen. Als zu-letzt der Greis durch die Hand des Jüngern gefallen war, wandeltediesen die Lust zu leben an; er erklärte den belagernden Hirten, zuihnen übergehen zu wollen, und bat um die Taufe. Diese waren abergerecht oder grausam genug, ihm die Bitte abzuschlagen, und zerrissenden Ueberläufer in Stücke. Die jüdischen Kinder, die sie im Thurmfanden, tauften sie mit Gewalt.
Der Gouverneur von Toulouse nahm sich der Juden eifrigan und entbot die Ritter, die heranziehenden Hirten einzufangen. Sowurden viele von ihnen in Fesseln nach der Hauptstadt gebracht undin den Kerker geworfen. Allein die mit ihnen sympathisirende Mengerottete sich zusammen, setzte ihre Befreiung durch, und dabei wurdeder größte Theil der Gemeinde von Toulouse niedergemacht; Einigegingen zum Christenthum über. — Bei der Gefangennahme der Hirten
Quellen lassen diesen Punkt unbestimmt. Falsch ist die Angabe bei Usqus, daßsie in Toulouse begonnen habe.
st Der Fortsetzer des Wilhelm de Nangis hat (a. a. O.) LiastsllurnVsräuni 'und noch deutlicher Bernhard Guidonis (a. a. O.) Eastrnra Vir-äunuin in ckiosessi illolosans,. Ebenso muß in Lvlisbsb llsllnäa (x. 5 Zeile 5von unten) gelesen werden: 11111 statt -022-2, von dem schon früher