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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Geschichte der Juden.

Philipp V. hatte den unzeitgemäßen Einfall, von neuem einenKreuzzug zu unternehmen, um das heilige Land nach so vielen eitlenVersuchen den Ungläubigen zu entreißen. Diese Unternehmung erschienaber den Einsichtigen so verkehrt, daß selbst der Papst Johann XXII. der zweite der Päpste, welcher statt in Rom in Avignon residirteihm davon abrieth. Nichtsdestoweniger warf dieser Gedanke, wie erbekannt wurde, Zündstoff unter das rohe Volk. Ein junger Mensch,ein Hirt von aufgeregter Phantasie, wollte eine Taube bemerkt haben,die sich bald auf seinen Kopf, bald auf seine Schulter niedergelassenhabe; wie er sie fangen wollte, habe sie sich in eine schöne Jungfrauverwandelt und ihn aufgefordert, eine Schaar von Kreuzkämpfern umsich zu sammeln und habe ihm auch Sieg verheißen. Seine Aussagenfanden leichtgläubige Zuhörer, und niedriges Volk, Kinder und Schweine-hirten schloffen sich ihm an. Ein lasterhafter Geistlicher und ein aus-gewiesener Benediktinermönch benutzten die Gelegenheit, um obenaufzu kommen, und so entstand in Nordfrankreich (1320) eine zahlreicheHorde von vierzigtausend Hirten (kastoureaux, Lastorolli, Roi'w),welche in Procession mit Fahnen von Stadt zu Stadt zogen und ihreAbsicht zu erkennen gaben, über's Meer zur Befreiung des sogenanntenheiligen Grabes zu ziehen. Das Volk versetzten sie damit in Begeisterung.Anfangs fand ihre Unternehmung Unterstützung; selbst der König sahes gern. Aber es schlossen sich ihnen auch Landstreicher, Taugenichtse,Verbrecher jeder Art an, die auf Raub und Plünderung ausgingenund die Hirten zu Gewaltthätigkeiten reizten. Bald wurde ihre Auf-merksamkeit auf die Juden gelenkt, sei es, daß sie sich von den geraubtenGütern der Juden Waffen verschaffen wollten, oder daß ein Jude,wie erzählt wird, sich über ihr kindisches Heldenthum lustig gemachthatte. Die Metzeleien der Hirten an den Juden (Oosorat ba-Uoi'w)ist ein neues blutiges Blatt in der jüdischen Geschichte.^)

ff Die Nachrichten über diese Verfolgungen stammen zumeist von christlichenSchriftstellern: Johannes Canonicus de St. Victor, Bernard Guidonis beiBaluz bistoris, Uaxarnru ^.vsuioirsirsiuirr I. p. 128. f. 101, Fortsetzung derChronik des Wilhelm de Nangis (in ä'^.olrsi'zr spieilsAiara N. III. vomJahre 1328), Vaisette lristorrs Asnsrals äs UanAusäss IV. zum selben Jahrep>. 185 und ärr OanAs äu-IHssns Klokaariuiu latiiritatis insä. asvi s. v.xs-storslli. Selbst der hebräische Bericht in öodsbst Isbuäa Xc>. 6 ist einerspanischen Chronik entnommen, wie daselbst angegeben ist. Samuel Usque hatseine lyrisch-epische Umarbeitung der Hirten-Verfolgung aus einer gemein-samen Quelle mit Lobsbst ä. entlehnt, nämlich aus dem nnvL-.i pioi vonProfiat Duran (Ephodi). Der Bericht des Kalonymos b. Kalonymos inLbsn-LoLkan ist ohne Detailangabe. In der Quelle des Jbn-Verga wirddie Stadt Agen als Ausgangspunkt dieser Verfolgung angegeben. Die übrigen