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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Geschichte der Juden.

Gerade in dieser Zeit, während Ascheri's Rabbinat in Toledo,gewannen hervorragende Juden wieder Einfluß bei Hofe. KönigFerdinand IV. (12951312) hatte einen jüdischen SchatzmeisterNamens Samuel, dessen Rathschlägen er auch in Politischen An-gelegenheiten folgte. Die Königin-Mutter aber, Maria deMolina, welche die Zügel der Regierung, die sie während derUnmündigkeit ihres Sohnes geführt hatte, nicht fahren lassen mochte,haßte den Günstling Samuel, der die Feindseligkeit zwischen Mutterund Sohn genährt haben soll, mit weiblicher Leidenschaftlichkeit.Eines Tages, als Samuel in Badajoz war und sich rüstete, demKönig nach Sevilla zu folgen, wurde er von einem Meuchelmörderüberfallen und so schwer verwundet, daß er für todt gehalten wurde.Man weiß nicht recht, wer diesen Dolch gedungen hatte. Der Königließ Samuel aber so viel Sorgfalt und Pflege zuwenden, daß er vonden Wunden wieder genas Z.

Nach Don Ferdinand's Tod begann für Spanien eine Zeit vollUnruhe und eine Auflösung aller gesellschaftlichen Bande, weil derJnfant Alfonso noch ein Kind in der Wiege war und mehrere Per-sonen: die kluge Königin-Großmutter Maria de Molina, die jungeKönigin-Mutter Constantia und die Oheime des jungen Königs sichdie Vormundschaft und die Regentschaft streitig machten und Partei-spaltungen im Lande hervorriefen (13121326). Donna Mariade Molina, welche die Regierung leitete, übertrug ihren Haß gegenden jüdischen Rathgeber ihres Sohnes keineswegs auf seine sämmt-lichen Glaubensgenossen. Wie sie früher beim Leben ihres Gatteneinen jüdischen Günstling, Todros Abulafia, hatte (o. S. 188), so hattesie auch während ihrer Regentschaft einen jüdischen Schatzmeister,Don Mose. Als das Concil von Zamora (1313) judenfeindlichekanonische Gesetze wieder auffrischte, die Cortes von Burgos die Aus-schließung der Juden von allen Ehren und Aemtern forderten undder Papst Clemens V. eine Bulle erließ, daß die Schuldforderuugenvon jüdischen Gläubigern an Christen wegen Wuchers gelöscht werdensollten 2), ging die kluge Regentin nur zum Theil darauf ein. Sieverfügte zwar, daß Juden nicht mehr die klingenden christlichen Namenführen und nicht mit Christen in näherem Umgänge verkehren sollten;aber sie erklärte sich ausdrücklich gegen die ungerechte Schuldentilgungund erließ ein Gesetz, daß sich kein Schuldner durch Berufung aufeine päpstliche Bulle von seiner Obliegenheit gegen jüdische Gläubiger

*) Obroniss, äs Don Usrrmnäo IV. c. 18, 19.

2) Auszug aus einer Petition bei Lindo, bistor^ ob blls äsrvs in 8xainx. 128.