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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Vertreibung der Juden aus Frankreich. 247

Die grausame Austreibung der Juden aus Frankreich durch denhartherzigen Philipp den Schönen lief auch nicht ohne blutigesMärtyrerthum ab. Diejenigen, welche die Frist der Auswanderungnicht eingehalten und die Zumuthung zur Bekehrung zurückgewiesenhatten, wurden am Leben bestraft. Als Märtyrer aus dieser Zeitwird Elieser b. Joseph aus Chinon namhaft gemacht, ein gelehrterund edler Mann, ein Correspondent des Ben-Adret, Lehrer vielerausgezeichneten Jünger und auch des jungen Parchi, einer der letztenAusläufer der Tossafistenschule. Er wurde, ohne daß ihm ein anderesVerbrechen zur Last gelegt werden konnte, als daß er Jude war, zumScheiterhaufen verurtheilt, und mit ihm starben zwei Brüder Z. DieVertriebenen zerstreuten sich in alle Welt; manche wanderten bis nachPalästina, die' meisten aber hielten sich so viel wie möglich in derNähe der französischen Grenze, in der eigentlichen Provence, die damalszum Theil unter deutscher Oberhoheit stand, und in der ProvinzRoussillon, die dem aragonischen König von Mallorca gehörte undauch auf dieser Insel. Sie wollten nämlich eine günstige Wendungabwarten, welche ihrer Verbannung ein Ende machen uud ihnen wiederdie Rückkehr in ihre Heimath gestatten würde. Sie hatten in derThat nicht falsch speculirt. Der König Philipp selbst war aus Hab-gier genöthigt, von seiner Strenge nachzulassen.

Nach dem Abzug der Juden befahl er nämlich, ihre Liegenschaftenzu verkaufen und ihm den Kaufpreis abzuliefern. Da ihm aber zuOhren gekommen war, die Juden hätten in der Hoffnung auf Rückkehrihre Schätze in ihren Häusern vergraben, erließ er einen Befehl unterAndrohung schwerer Strafen, daß jeder Käufer jüdischer Grundstückegehalten sei, die etwa gefundenen Werthsachen den königlichen Beamtenanzuzeigen ^). Er ertheilte sogar einigen Juden die Erlaubniß, inFrankreich zu bleiben, weil sie sich anheischig gemacht hatten, ver-borgene Schätze ans Licht zu ziehen^). Philipp ließ sich ferner an-gelegen sein, die Geldforderungen der Juden von den christlichenSchuldnern, gewissermaßen als sein Erbe oder Heimfall, für seinenSchatz einziehen zu lassen. Da diese Forderungen aber ohne Bei-hülfe von Juden nicht so leicht zu ermitteln waren, ließ er ehemals

die sogar der Vater an ihm bewundert hat. Es ist auch noch nicht ausgemacht,ob das ebenfalls künstliche Gedicht o^pa oder im reo nicht auch Jedaja

Bedaresi angehört. Vergl. Theod. Kroner, äs ^.brallarai lZsäarssil vita stopsribus (äisssrtatio tuauAursIis) x. 47 fg.

Z Parchi Lattor s. 10 p. 36 a. Zeitschrift Libanon AI. x. 330.

2) Urkunde bei äs I-auriörs Oräoimiioss I. 443.

°) Ottokar Horneck a. a O.