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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Geschichte der Juden.

gesiedelt waren, schildert sein Leid:Aus dem Lehrhause haben siemich gerissen; nackt mußte ich als Jüngling mein väterliches Hausverlassen und wandern von Land zu Land, von Volk zu Volk, derenSprachen mir fremd waren" *). Parchi fand erst in Palästina eineRuhestätte. Ein anderer Flüchtling, der gelehrte Aaron Kohenaus Narbonne^), klagte darüber:Ich Unglücklicher sah das Elendder Verbannung der Söhne Jakobs, die wie eine Heerde auseinandergetrieben wurden. Aus einer Ehrenstellung wurde ich in ein dunklesLand verschlagen" 2). Der plötzliche Wechsel des Geschicks, welcherReiche zu Bettlern gemacht und die an Lebensbequemlichkeiten Ge-wöhnten und Weichlichen in harte Entbehrungen versetzt hatte, gabdem überschwänglichen Dichter Jedaja Bedaresi (o. S. 240) düstereNachtgedanken ein. SeinePrüfung der Welt" (lloobiuat OIum),aus eigener Anschauung und bitterer Erfahrung eingegeben, schildertdes Lebens Mühe und Qual, des Menschen Rathlosigkeit und Nich-tigkeit in grellen Farben; das Buch macht einen niederbeugenden,trüben Eindruck, giebt aber die traurige Stimmung der Hartbetroffenentreu wieder.

Rühm' dich nicht des Mammons,

Ein wenig, und ein böser Geist zerstreut dein Gut,

Und es verliert sich in Nichts,

Um dessen Preis du deine Seele hingegeben.

Die wechselvolle Zeit nimmt die Ehre von deinem Hause,

Feuer des Himmels fährt herab

Und verzehrt dich mit deinen Tausenden'").

In einem außerordentlich künstlichen Gedicht, von dem jedesWort mit einem und demselben Buchstaben (^lek) beginnt, hauchteJedaja Bedaresi bittere Klagen über die Hilflosigkeit und das Elendseiner Stammesgenossen aus:Der Feind spricht: ich will dir nehmen,was deine Vorfahren gesammelt und will dich in alle Ecken zer-streuen. O Gott! wohin soll ich fliehen? Stiege ich in die Höhe,fände ich auch da bittere Feinde"^).

') Einleitung zu diesem Werke.

2) Verfasser des talmudischen Werkes rnnim; über diesen vergl. Großin Frankel - Ersetz, Monatsschr. Jahrg. 1879 S. 436 fg.

') Einleitung zu diesem Werke.

H Lsebillab Olarn e. l 1. Es ist nicht zu verkennen, daß das Unglück inFolge der Vertreibung die Grundstimmung zu diesen Meditationen gegeben hat.

°) Auch das ist unzweifelhaft, daß das Gedicht: -st» (mitgetheilt in

Lsrsra Gbsrusä IV. p. 57 f.) das Elend in Folge der Vertreibung wieder-spiegelt. Es gehört mithin Bedaresi, dem Sohne, und nicht dem Vater an,wie Asulät ausdrücklich bezeugt und auch einige Handschriften in der Ueber-schrift angeben. Ihm und nicht dem Vater war diese künstliche Manier eigen,