Druckschrift 
7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
Entstehung
Seite
238
Einzelbild herunterladen
 

238

Geschichte der Juden.

wie er sich freimüthig äußerte er nicht zngeben werde, daß ihrdie Mittel zu ihrer etwaigen Bekehrung zum Christenthum durch denBann entzogen würden. Die andern Punkte dagegen seien ihmgleichgültig i).

Abba-Mari und sein kleiner Anhang waren nun in Verzweiflungwegen der Rührigkeit der Gegenpartei. Da der Bannspruch zuGunsten des unbeschränkten Studiums der Wissenschaft von derMehrheit der Gemeinde angenommen war, so war er, nach rabbi-nischem Gesetze, auch für die Minderheit und also auch für derenFührer bindend, und sie durften gesetzlich dem Bann von Barcelonanicht beitreten. Gerade ihnen, den Eiferern, den Anregern des Streites,waren die Hände gebunden, sie waren im eigenen Netz verstrickt. Siethaten, was sie thun konnten; sie protestirten zunächst gegen denBannsprnch der Tibboniden und brachten ihren Protest zu Jeder-manns Kunde. Aber sie konnten sich nicht verhehlen, daß sie eineNiederlage erlitten hatten und mußten bei Autoritäten herumfragen,ob der Beschluß der Tibboniden auch für sie bindend sei oder nicht.Ben-Adret kam dadurch ebenfalls in Verlegenheit. Die Partei desJakob b. Machir glaubte oder wollte glauben machen, daß das Ver-bot der Barcelonaer, die Jugend von wissenschaftlichen Schriften fern-zuhalten, auch die maimuuischen Werke treffen sollte. Sie gab sichdadurch das Ansehen, sowohl für die Ehrenrettung Maimuni's ein-getreten zu sein, als überhaupt für die Verherrlichung des Juden-thums zu kämpfen, während ihre Gegner, Beu-Adret mit eingeschlosseues durch ihre Einseitigkeit und Starrheit der Geringschätzung undVerhöhnung in den Augen gebildeter Christen aussetzten. Die wissens-freundliche Partei schien die öffentliche Meinung immer mehr für sichzu gewinnen.

Es trat auch für sie ein junger Dichter auf, dessen beredtes,schwungvoll gehaltenes Vertheidigungsschreiben zu jener Zeit vielAufsehen machte und ein treues Bild von den Stimmungen undRegungen giebt, welche den Anhängern der Wissenschaft damals durchdie Seele zogen, und das darum noch heute Interesse erweckt. In demuth-voller Haltung, aber mit männlichen Mulh sagte der Dichter Ben-Adret Wahrheiten, welche er in seiner Umgebung nicht zu hörenbekam. Dieser junge Dichter, der sich durch sein Sendschreiben mehr-berühmt gemacht hat, als durch alle seine Verse, war Jedaja En-Bonet b. Abraham, mehr bekannt unter dem Namen Bedaresi(aus Beziers) und unter dem Dichterbeinamen Penini (geb. um

Das.