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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Geschichte der Juden.

die Bannformel in Form wie Inhalt unerwartet milde. Sie sollteerstens nur das Lesen naturwissenschaftlicher wie metaphysischer Schriftenverbieten, jedes andere Wissensfach aber ausdrücklich gestatten.Zweitens sollten überhaupt Schriften von jüdischen Verfassern, wennsie auch Naturwissenschaften oder Metaphysik behandeln, vom Ver-bote ausgeschlossen werden ft. Schon früher hatte Abba-Mari auchaus Rücksichtnahme auf die Gegner den Vorschlag gemacht, die Zeitzu beschränken und nicht erst vom dreißigsten, sondern schon vomfünfnndzwanzigsten Lebensjahre an das Studium jedes Wissensfacheszu gestatten ft.

Ben-Adret aber, der keine Halbheit und keinen Rückzug duldenmochte, war nun viel strenger geworden. Er, der früher getriebenund gedrängt werden mußte, wurde jetzt der Treibende. Ter EinflußAscheri's ist hierbei nicht zu verkennen. An dem Trauersabbat zurErinnerung an die Zerstörung Jerusalem's ließ er mit seinem Bei-rath den Fluch gegen das Studium der Wissenschaften unter feier-lichen Ceremonien mit der Thorarolle im Arme verlesen (4. Ab26. Juli 1305). Wer unter dem fünfundzwanzigsten Lebensjahreirgend eine wissenschaftliche Schrift läse, sei es in der Ursprache oderin hebräischer Uebersetzung, sollte dem allerstrengsteu Banne verfallen.Dieser Bann sollte ein halbes Jahrhundert in Kraft bleiben. Diephilosophischen Ausleger der heiligen Schrift wurden jenseits zurHölle verdammt und diesseits mit dem Banne belegt, und ihreSchriften zum Scheiterhaufen vcrurtheiltft. Da mit den hebräischverfaßten wissenschaftlichen Schriften keine Ausnahme gemacht wurde,so unterlagen nach Fassung der Bannformel nicht blos Anatoli'sPredigtbuch, sondern auch Maimuni's philosophische Schriften derAechtung. Ben-Adret und sein Collegium gestatteten lediglich dasStudium der Arzneiwissenschaft aus dem Grunde, weil die Pflegederselben im Talmud zugelasseu werde. Das war das erste Ketzer-gericht im jüdischen Kreise, und Ben-Adret stand an seiner Spitze.Die Dominikaner hatten in der Judenheit gelehrige Nacheiferer ge-funden. Nach der Gemeindeorduung im Mittelalter war aber jedeGemeinde selbstständig, und die Beschlüsse der einen hatten keine Ver-bindlichkeit für eine andere. Der ausgesprochene Bann hatte daher,so lange nicht andere Gemeinden ihm beitraten, lediglich für Barce-

ft Das. dlo. 70, 71 verglichen mit der strengen Bannformel in Lsssp.Ben-Adret Ho. 415.

ft Das. Uo. 62.

ft Usspp. Ben-Adret dlo. 415, 417, Nioodat Lsnnod dlo. 71, 8>. BeideTexte sind hin und wieder corrumvirt.