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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Ascheri.

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sich in der schwebenden Frage auszusprechen. Natürlich billigteAscheri diesen Eifer ungemein, meinte aber, daß er noch nicht weitgenug gegangen sei, daß mit dem Vorschläge, Wissenschaften nur imreifen Alter treiben zu dürfen, das Uebel nicht getilgt werden könne.Das Gift der Ketzerei sei zu sehr verbreitet, Alle seien davon an-gesteckt, und die Frommen träfe der Vorwurf, daß sie dabei die Augenzudrückten. Seiner Ansicht nach sollte eine Synode zusammenberufenund auf derselben der Beschluß gefaßt werden, sich einzig und alleinmit dem Talmud zu beschäftigen, die Wissenschaften aber nur in derZeit, Wo es weder Tag noch Nacht ist, das heißt soviel wie gar nichtzu treiben i). Diese ausschließliche Talmudgläubigkeit, welche gar keineZugeständnisse irgend welcher Art zuließ, getragen von einer that-kräftigen, sittlich lauteren Persönlichkeit, machte einen überwältigendenEindruck auf die ein wenig zerfahrenen Gemüther der spanischenJuden. Ben-Adret selbst, der bis dahin noch immer gezögert hatte,sich an die Spitze zu stellen, erklärte mit einem Male: er sei bereit,mit dem Banne vorzugehen; nur mögen Abba-Mari und der FürstKalonymos aus Narbonne die Formel dazu anfsetzen^). Ein Eifererund Dienstbeflissener, Simson b. Melr, Jünger des Ben-Adret,erbot sich, von zwanzig Gemeinden zustimmende Unterschriften zu-sammenzubringen. Dabei wurde namentlich auf Toledo gerechnet, dasvon Ascheri's Geist bereits beeinflußt war, und dann auf Castilienüberhaupt, das in der Regel von der Hauptgemeinde Anregung empfingund sich nach ihr richtete

Wie sehr aber dieser Eifer erkünstelt und wie wenig er im Sinne derMehrheit war, zeigte sich namentlich in der Gemeinde Montpellier,welche die Abba-Maristen als Zionsburg ausgaben. In dieser Ge-meinde wagten die Eiferer nicht einmal Unterschriften für den Bannfluchzu sammeln. Wie zum Hohn kündigte einer der Tibboniden an: erwerde an einem Sabbat eine Vorlesung aus Anatoli's Predigtbuchhalten, und sofort fanden sich zahlreiche Zuhörer ein^). Abba-Mari,der sich Ben-Adret gegenüber stets als eine kräftige Stütze geltendgemacht und ihm vorgespiegelt hatte, er habe die ganze Gemeinde, bisauf wenige Verblendete und durch den Tibboniden Juda Verführte,hinter sich, mußte ihm jetzt halb und halb eingestehen, auf Montpelliersei in dieser Angelegenheit nicht viel zu rechnen. In dem Bewußt-sein, daß ihre Partei in Südfrankreich in der Minderzahl sei, faßtendie beiden Hauptführer, Abba-Mari und Kalonymos aus Narbonne

LUnsliut Usrmot Uo. 52 und Uo. 66.

2) Das. Uo. 65. Das. Uo. 67, 69.

U Das. Uo. 68.