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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Geschichte der Juden.

Ascheri übernommen hätte *). Er verließ hierauf Deutschland (Sommer1303 2) und wanderte mit seiner Frau, seinen acht Söhnen und EnkelnDon Land zu Land. Anfangs wollte er sich in Savoyen niederlasscn,-wo ihm die Gemeinden mit vieler Ehrerbietung entgegengekommenwaren. Als er aber erfuhr, daß der damalige Herzog von Savoyenvon dem deutschen Kaiser abhängig sei und er von ihm ansgeliefertwerden könnte, begab er sich nach Südfrankreich, wurde überall undnamentlich in Montpellier, noch vor dem Ansbruche des Streites,wegen des ihm vorangegangenen Rufes auf's ehrenvollste behandeltund ließ sich endlich zu Toledo, der größten Stadt Spaniens, nieder(Januar 1305 ^j. Mit Freuden wurde er, der bereits hochberühmtedeutsche Rabbiner, von der Toledaner Gemeinde in das erledigte Rab-binat eingesetzt. Mit Ascheri war aber der Geist der trüben undwissensfeindlichen Ueberfrömmigkeit in die spanische Hauptstadt eingezogen.

Ascheri machte aus seiner Abneigung gegen jedes profane Wissenkeinen Hehl. Er konnte nicht begreifen, wie sich selbst fromme Judenin Südfrankreich und Spanien mit etwas Anderem als dem Talmudbeschäftigen konnten. Mit entschiedener Verachtung sah er auf dasStreben der spanischen und provenzalischen Juden herab, gerade aufdas, worauf diese so stolz waren. Er dankte seinem Schöpfer, daßer ihn vor der Verderbniß der Wissenschaft bewahrt Habens. Selbstin der Talmudkunde traute er den Südfranzosen und Spaniern keineMeisterschaft zu und behauptete: die deutschen und nordfranzösischenJuden allein besäßen durch Ueberlieferung eine Erbweisheit von derZeit der Tcmpelzerstörnng her, welche den Gemeinden anderer Länderabginge 5). Ein solcher Mann ohne Verständniß für Wissenschaftenund von Widerwillen erfüllt gegen Alles, was nicht Talmud heißt,mußte einen wissensfeindlichen Einfluß üben. Ihm gegenüber erschienSalomo ben-Adret selbst halb und halb als Freigeist.

Abba-Mari benutzte sogleich den Mann, von dem er sich diewirksamste Unterstützung für seine Sache versprach. Er ging ihn an,

U Gedalja Jbn-Jachja in Fobalsobslst.

2) Vergl. die richtige Combination Luzzatto's zu der Toledaner Grabschrift(^.bns 8i1raron) Xo. 5 p. 9 Anmerkung l.

y Niirobub Xsnaob Xo. 52. Grabschrift a. a. O. nach Luzzatto's richtigerVermuthung zu lesen -nx mir statt mm mir. Vergl. Nsspp. Ascheri IV. Xo. 6.

'y Außer seinen wissensfeindlichen Aeußerungen in Xliirobab Xsnaot,(wovon weiter) ist die Bemerkung Ascheri's charakteristisch, die er dem spanischenGelehrten Israel von Toledo entgegnete, als dieser sich auf die Vernunft unddie Logik berief lRsspp. Ascheri 55 Ho. 10 b.): mnennn norme, 'm-m nro-1N11N1 nnmo llinn mini, nrio.m mn.n nr w nno ir'lr '1 »noni 1'ir or')!!,. Diese

Verachtung gegen die Wissenschaft wiederholt er im ganzen Nssxonsuio..

'°>) U.SSPP. ^.sobsri XX. Xo. 20.