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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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keit, aber eine anmuthende Erscheinung. Er besaß das, was fast allenseinen jüdischen Zeitgenossen so sehr abging: Maß und Takt. DiesesZeigt sich zunächst an Me'lri's Styl. Sämmtliche jüdische Schrift-steller Spaniens und der Provence schrieben ihre Prosa oderVerse mit einer Ueberladung und einem Bombaste, als wollten sieden ganzen Sprachschatz der Bibel erschöpfen, um auch nur einendürren Gedanken auszudrücken. Das bewunderte Muster dieser Zeit,der Moraldichter .Jedaja Bedaresi, schrieb so redselig, um dasGewöhnlichste und Armseligste zu sagen, daß man ganze Seiten seinerSchutzrede, Betrachtungen und überhaupt seiner schriftstellerischenErzeugnisse durchlaufen mnß, um auf einen erträglichen Gedankenzu stoßen. Der beliebte Musivstyl begünstigte diese nichtssagendeBeredsamkeit. Ganz anders Mein. Er sagt nicht mehr, als was ersagen will, knapp und deutlich.

Ebenso maßvoll war er in seiner Auslegung des Talmud. Fastalle diejenigen, welche den Talmud theoretisch oder für die Praxisbearbeiteten, Commentarien dazu schrieben oder selbstständige Werkeverfaßten, schienen es darauf anzulegen, den verworrenen Knäuel nochmehr zu verwirren. Sie verloren sich so sehr in die Einzelheiten,daß sie darüber den Ausgangspunkt und den Kern der Sache ver-nachlässigten. Selbst die tiefdenkenden Talmudisten verfielen in diesenFehler, das Ganze über dem Einzelnen zu übersehen. Don VidalMein bildet eine rühmliche Ausnahme in seiner Zeit und noch vielmehr in der nachfolgenden. In seinen Commentarien zu den Talmud-traktaten für die Praxis Z verfährt er durchweg methodisch, gehtvom Allgemeinen zum Besonderen über, ordnet Alles lichtvoll undsucht den Leser zu orientiren, statt ihn zu verwirren. Im Einganggiebt er einen leitenden Ueberblick über den ganzen Inhalt, wie einer,der das ganze Gebiet beherrscht. Melri hatte sich in diesem PunkteMaimuni zum Muster genommen. Wäre seine Methode, den Talmudauszulegen, durchgedrungen, so hätte das Talmudstudium nicht jenensophistischen Charakter angenommen, mittelst dessen man für das Jaund das Nein Scheingrüude aufführen konnte und für die einfachsteFrage sich durch ein Dorngestrüpp einander überrennender Meinungenhindurchwinden mußte. Mit Recht lobte ein Dichter, Juda Jbn-Sabura, zwar mit schlechten Versen, aber mit richtigem VerstäuduißMeiri's Art in folgenden Worten:

Schriften ohne Zahl sind verfaßt zur Erläuterung des Talmud;

Der Eine ist zu weitschweifig, der Andere zu kurz,

Alle ohne Maß. Bis Msnahem MelriAustrat und den rechten Weg zeigte^).

i) ni'rw.i reo vollendet 1300. Stern Einl. a. a. O. x. XIV.