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Geschichte der Juden.
wissen i). Allein so ganz Ernst war es ihm damit keineswegs; denner Pflegte wie sein Vorbild Jbn-Esra seine letzten Ueberzeugungengeheim zu halten, so daß selbst seine Bekannten nicht auf den Grundseiner Gesinnung kommen konnten^). Dieses von philosophischenDeuteleien strotzende Judenthum wurde nicht blos Privatim gelehrt,sondern in den Synagogen gepredigt.
Der Herd dieser afterphilosophischen Auswüchse war die nichtunbedeutende Gemeinde Perpignan, die Hauptstadt des GebietsRoussillon, das zum Königreich Aragonien gehörte. Obwohl dieJuden dieser Stadt kein beneidenswerthes Loos hatten und ge-zwungen waren, in dem elendsten Theile der Stadt, auf dem Platzefür Aussätzige, zu wohnenb), so behielten sie doch Sinn für Wissen-schaft und Forschung und lauschten gierig den Neuerungen, welche dieAusleger und Fortsetzer Maimuni's lehrten. Hier hatte der armeLevi aus Villefranche eine Zufluchtsstätte gefunden bei einem reichenund angesehenen Manne Don Samuel Sulami oder SenEscalita^), dessen Frömmigkeit, Gelehrsamkeit und Freigebigkeitvon den Zeitgenossen über die Maßen gepriesen wurden. „Von Per-pignan bis Marseille findet sich keiner, der an Gesetzeskunde, Wohl-thätigkeit, Religiosität und Demuth Samuel Sulami gleichkäme. Erspendet im Geheimen seine Wohlthaten; sein Haus ist für jedenWanderer geöffnet; er ist unermüdlich, Schriften für seine Sammlungzu erwerben" ^). Ex- stand mit Ben-Adret in gelehrter Correspondenzund hatte Interesse an der philosophischen Deutung von Bibel undAgada. — Selbst der Rabbiner von Perpignan war ein Freund desDenkens und ein abgesagter Feind der sich hinter den Buchstaben ver-steckenden gedankenlosen Gläubigkeit und verknöcherten Orthodoxie. Eswar der zu seiner Zeit wenig berühmte, aber trotzdem sehr bedeutendeDon Vidal Menahem b. Salomo Melri (geb. Elul 1243, st.zwischen 1317 und 1320^). Er war keine bahnbrechende Persönlich-
Fragment in Obslrm a. a. O. x. 18 f.
2) Ninoliab Xsnaot Ho. 17 p. 47.
fl Quelle bei Kayserling: Geschichte der Juden Navarra's S. 137.fl In Ben-Adrets Lssxonsura an dens. >o. S. 145) wird er auch nunbpe'nogenannt. Das 'o muß aber von dem Worte getrennt und als Abkürzung desTitels von ssri, senior, ssiAnsnr angesehen werden Sein Beiname lautetealso su'bpu's, Dssalits. von Dscs-la, romanisch für ssala, Leiter, Treppe,fl So schildert ihn Crescas Vidal in Llinolmt Lsrmot, Ho- 12.fl S. oben S. 145 Anmerk 2.
fl Geburtsjahr von ihm selbst angegeben in seinem Lst ba-Laolrirg. zuAbot (sä. Stern Wien 1854) Ans. und Ende. Seine Schrift w-a owv -2 vollen-dete Äls'tri Narolrssrvan 5077 — 1316, bei Stern Einleitung zu Lst ba-Lsslrira, wo auch das Biographische und Bibliographische zu vergleichen ist.