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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Geschichte der Juden.

fremder Gedanken. Falaquera war eigentlich nur eine lebendigeEncyclopädie der damaligen Wissensfächer und zwar eine sehr treue,die, über welchen Punkt man sie auch zu Rathe zog, gründliche Aus-kunft gab. Aber er hatte nicht einmal Unterscheiduugsvermügen genug,die verschiedenen Elemente seines encyclopädischen Wissens nachZeiten und Systemen auseinander zu halten. Für Falagnera lehrtenPlato, Aristoteles, Avicenna, Averroes, die übrigen arabischen Philo-sophen, die Thora und die talmudische Agada dasselbe oder beinahedasselbe und redeten alle dieselbe Sprache. Er bemerkte nur die Aehn-lichkeit und hatte keinen Blick für die Verschiedenheit. Falaquera wartief überzeugt, daß die Ansichten der wahren Philosophen mit denLehren des Judenthums und natürlich auch des Talmud überein-stimmen. Diese Uebereinstimmung sei eigentlich gar nicht auffallend,da die älteren Philosophen ihre Lehren von Sem, Eber, Abrahamund Salomo empfangen hätten Z. Falaquera stellte natürlich diephilosophische Forschung sehr hoch: durch sie allein vermöge derMensch die wahre Glückseligkeit zu erlangen. Er bekämpfte mitscharfen Worten die Aengstlichen, welche in der wissenschaftlichenForschung eine Schmälerung des Judenthums erblickten. Noch injugendlichem Alter hat er die Unschädlichkeit und die Nothwendigkeitder Philosophie für den Glauben in einem Dialog zwischen einemTalmudisten und einem Anhänger der Philosophie^) auseinander-gesetzt, die Einwürfe des ersteren widerlegt und den letzeren den Siegerringen lassen. Auch eine Art Roman verfaßte Falaquera:DerSuchende" (Iia-Nobaokssod), um den Gedanken durchzuführen, daßdas metaphysische Wissen höher als Alles stehe, als Reichthum undTapferkeit, und daß die Wissensfächer: Mathematik, Naturwissen-

schaften, selbst die Kenntniß der Thora und der trockenen talmudischenTradition lediglich Vorstufen zu einem höheren Wissen seien. Schem-Tob Falaquera, der ein Vielschreiber war, hat natürlich auch die

heilige Schrift erklärt, ohne Zweifel in der damals beliebten Manierphilosophisch sein sollender Erläuterung. Von einer einfachen, Wortund Sinn gemäßen Auslegung kann weder bei ihm, noch bei seinen,Zeitgenossen überhaupt die Rede sein. Alle Welt sah damals denBibeltext durch die gefärbte Brille einer Lieblingstheorie. Fala-quera that sich auch viel auf seine dichterische Begabung zu Gute.

Von seiner Jugend an bis in sein spätestes Alter hat er viel Reimegeschmiedet; aber die von ihm bekannt gewordenen Verse legen ein

*) Einleitung zu ooo Ns.

2) Das schon genannte morn w, öfter edirt.