Echem-Tob Falciquera.
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annehmbaren begreiflichen Zweck nnterzulegen, ermuthigte Halbgebildete,Alles und Jedes auf demselben Wege zu erklären. Die Manier, dieSchrift, die Agada und die Riten zu allegorisiren, ging daher indieser Zeit ins Maßlose und Unglaubliche. Die Afterphilosophen ent-kleideten die Schöpfungs- und die Patriarchengeschichte ihres ge-schichtlichen Charakters und deuteten sie als philosophische Gemein-plätze, wobei sie mit aristotelisch-maimunischen Formeln ebenso spielten,wie der Sohar mit den kabbalistischen. Abraham und Sara z. B.bedeuteten diesen Allegoristen Stoff und Form der Dinge, Pharaodas böse Gelüste, Egypten den Körper, das Land Gosen das Herz,Mose den göttlichen Geist, und die Urim und Tumim, welche derHohepriester im Tempel auf der Brust zu tragen Pflegte, sollen weiternichts als das Astrolab der Astronomen gewesen sein, um Tag undStunde, Länge und Breite damit zu berechnen ^). Hätte es damalsjüdische Denker ersten Ranges wie in der Blüthezeit gegeben, sowürden sie diesem kindischen, sei es kabbalistischen oder afterphilo-sophischen, Treiben durch ein ernstes Wort gesteuert haben. Alleindas Zeitalter Ben-Adret's war gerade sehr arm an tiefen Geistern.Selbst die zwei Hauptvertreter der Philosophie jener Zeit, Schem-Tob Falaquera und Isaak Albalag, reichten nicht über die Mittel-mäßigkeit hinaus und waren selbst in den Jrrthümern ihrer Zeitbefangen.
Schem-Tob b. Joseph Falaquera, ein Südspanier (geb.um 1225 st. nach 12L0^), von dessen Lebensgeschichte weiter nichtsbekannt ist, als daß er in Dürftigkeit lebte, war noch des Arabischenkundig und kannte die Systeme der mohammedanischen Philosophenund aus ihnen die griechische Philosophie sehr gründlich. Die jüdisch-philosophischen Werke Gebirols, Maimuni's und Anderer waren ihmin ihren ganzen Umfange gegenwärtig wie keineni Andern seiner Zeit.Allein die Metaphysik war ihm mehr Sache der Gelehrsamkeit unddes Gedächtnisses als des selbstständigen Denkens. Sein Geist ordnetesich den philosophischen Autoritäten unter und erlag förmlich der Last
*) Die Deuteleien dieser Allegoristen finden sich zerstreut in der Brief-sammlung Wnalrat Lsirerob namentlich x. 153 Usspp Usn-^.<Zrsb idlo. 417.Zu dieser Literatur gehört auch der pseudomaimunische Brief Uo- 1 >n IgAsrsbLs-radara und die ebenfalls pssudomaimunischen nnb-n.n (in der maimu-nischen Responsensammlung).
2) Sein Geburtsjahr giebt er im Anfänge des Buches an, verf. imHerbst 1283 nach den Vierzigern; er war nach der Verdammung des SalomoPetit 1290 noch am Leben o. S. 168. lieber seine Schriststellerei vergl. MunkNslanAss x. 494 f. Zwei seiner Werke nw'.n nirn und mrrni sind auchin's Lateinische übersetzt worden.