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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Geschichte der Juden.

so wie die allgemeine Verbreitung der kabbalistischen Gotteserkenntnißwerden das Ende ausmachen. Mose de Leon hat in seinen Zeit-genossen die Hoffnung rege machen wollen, daß sie noch die Messias-zeit mit leiblichen Augen sehen würden. Er war vielleicht eben soin messianischer Schwärmerei befangen Z wie Abraham Abnlafia.

So sehr auch der Sohar bemüht ist, das bestehende rabbinischeJndenthum mit seiner Satzung zu heben und jedem noch so gering-fügigen, unerheblichen Brauche durch mystische Begründung einebesondere Weihe, eine höhere Bedeutung zu geben, so bemängelt undbekrittelt er doch den Talmnd und seine Lehrweise, allerdings verhüllt,zweideutig und mit der unschuldigsten Miene von der Welt Zu-nächst stellt er die Beschäftigung mit der Kabbala um vieles höherals die mit dem Talmud, ja selbst mit der Bibel. Die Kabbala habeSchwungkraft und vermöge der Gottheit in ihren: geheimen Schaffenund Walten nachzufliegen, der Talmud dagegen und seine Pfleger hättengestutzte Flügel und könnten sich zur höheren Erkenntniß nicht erheben.Der Sohar vergleicht die Mischnah (Talmud) mit einer niedrigenSklavin, die Kabbala dagegen mit einer gebietenden Herrin. Dieerstere hat es mit untergeordneten Dingen zu thun, mitRein undUnrein, mit Erlaubt und Verboten, mit Tauglich und Untauglich."Sie herrschte während Israels Zerstreuung,und die Erde erzittertdarob, daß die Sklavin statt der Gebieterin waltet." So lange diesesWeib mit ihremeinmal reinen und das andere Mal unreinen Geblüte"herrscht, kann die Vereinigung des Vaters mit der Matrona <Gottmit Israel) nicht vor sich gehen. In der messianischen Zeit dagegen,wenn die höhere Erkenntniß erwachen und Platz greifen werde, dannwerde die Kabbala ihre Herrschaft über die Sklavin (Talmud) wiederantreten, wie zur Zeit des Gesetzgebers Mose. Der Sohar ver-gleicht endlich das Talmudstudium mit einem harten, unfruchtbarenFelsen, der, wenn man ihn schlägt, spärlich Wassertropfen spendet, umdie dann noch Streitigkeiten und Discussionen entstehen. Die Kabbaladagegen gleiche einer reichfließenden Quelle, zu der nur ein Wortgesprochen zu werden brauchte, damit sie ihren erfrischenden und be-lebenden Inhalt ergieße.

Als der Sohar oder der Midrasch des Simon b. Jochalveröffentlicht wurde, erregte er das größte Erstaunen unter denKabbalisten. Mit Gier griffen sie nach ihm. Mose de Leon erhieltAufträge in großer Menge, Copien davon zu liefern. Die Frage: wohermit einem Male eine so umfangreiche Schrift eines alten Tanaiten

Z Dieselbe Note. Vergl. Note 12.