Der Sohar.
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Tie innige Verbindung der Seele, sei es mit dem Lichte oder derFinsterniß, stellt der Sohar grobsinnlich unter dem Bilde der ehelichenBegattung dar, wie er denn überhaupt auch in der höheren Welt, selbstin der Gottheit, das männliche und weibliche Princip vorhanden seinläßt i). Segen ist nur vorhanden, wo es Männliches und Weiblichesgiebt 2) und nur wo eine innige Verbindung beider stattfindet, giebtes eine Einheit; denn Männliches ohne Weibliches ist nur ein halbesWesen, und das Halbe ist nicht eins. Wenn sich aber beide Hälftenverbinden, so bilden sie eine geschlossene Einheit. Auch das Verhält-niß der Seele zum Weltgeiste oder zu Gott veranschaulicht der Soharnicht, wie Isaak Allatif und Abulafia, keusch durch einen Kuß, sondernunfläthig durch das Bild der Begattung. Erst durch diese Verbindunggeht die wahre Einheit Gottes hervor. So lange Israel im Exilelebt, ist die göttliche Einheit mangelhaft und gebrochen; erst in jenenTagen wird Gott einig werde», wenn sich die Herrin (Autronita.) mitdem König paaren werde
Mose de Leon hätte eine Lücke gelassen, wenn er nicht auch vonder messianischen Zeit, dem Schlußstein der Kabbala, gesprochen undsie voraus verkündet hätte. Beruhte doch die plötzliche Offenbarungder so lang geheimgehaltenen Lehre auf der Voraussetzung, daß dieMessiaszeit nahe sei. Aber hier verräth sich der Fälscher. Anstatteine Zeit oder ein Jahr für das Erscheinen des Messias anzudeuten,welches dem Zeitalter Simon b. Jochäi's entspräche (im zweiten Jahr-hundert), klügelte der Sohar vermittelst einer Buchstaben- und Zahlen-spielerei heraus, daß es in den Anfang des vierzehnten Jahrhundertsalso noch in seine Gegenwart fallen würde. „Wenn das sechzigsteoder sechsundsechzigste Jahr die Schwelle des sechsten Jahrtausendsder Welt überschreiten wird (5060 — 66 d. h. 1300 bis 1306 ^).wird sich der Messias zeigen;" aber einige Zeit werde noch verstreichen,bis Israel gesammelt und alle Völker besiegt sein werden ^). DerMessias werde zuerst aus seiner geheimen Stätte im Paradiese, demVogelneste, wo er seit Urbeginn in Seligkeit weile, erweckt werden,um auf Erden zu erscheinen "p Ein blutiger Kampf werde dann in derWelt ausbrechen. Edom und Jsmael (christliche und mohammedanischeVölker) werden einander grausig bekämpfen und endlich beide voneinem dritten mächtigeren, erobernden Volke vernichtet werden. Zeichenund Wunder werden dabei vorangehen und die Auferstehung der Todten,
9 Das. III. S. 290 und a. St.
2) Das. I. S. 182. 2) Das. III. S. 7 b.
S. Note 12. °) Sohar II. S. 7 ff. III. 196 d.
") Borgt. Note 12.
Graetz, Geschichte der Juden. VII.
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