Mose de Leon.
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Ursubstanzen (Sefirot) in Verbindung zu bringen, und setzte zur Be-gründung seiner Kabbala eine Menge Schriften in die Welt. Esgenügt eigentlich, um ihn zu charakterisiren, daß der halb wahnsinnige,von Ben-Adret und einigen Gemeinden verdammte Abulafia ihmnachrühmt: er habe seine Lehre gefördert und aus eigenem Antriebeviel hinzugefügt (o. S. 194, Anmerk. 2). In der That sind JosephGikatilla's Schriften nur ein Wiederhall von Abraham Abulafia'sPhantasien; es ist derselbe Wahnwitz.
Aber bei weitem einflußreicher und verderblicher als diese dreiKabbalisten Allatif, Abulafia und Gikatilla, wirkte auf die Zeitgenossenund die Nachwelt Mose de Leon, dem es gelungen ist, obwohl einZeit- und Fachgenosse sein Treiben entlarvt hat, in die jüdische Lite-ratur und Denkkreise ein Buch einzuführen, welches der Kabbala einefeste Grundlage und eine weite Verbreitung gab und ihr mit einemWorte die Krone aufsetzte. Mose b. Schein-Tob de Leon (geb. inLeon um 1250, starb in Arevalo 1305 *) war ein Mann, bei demman nur in Zweifel sein kann, ob er ein eigennütziger oder einfrommer Betrüger war; aber täuschen und irre führen wollte ersicher. Er steht darum viel niedriger als Abulafia, der in seinemWahne jedenfalls ehrlich und naiv war. Ein Halbwisser, der wederTalmud, noch Wissenschaften gründlich getrieben hatte, besaß er nureine Fertigkeit, nämlich die, das Wenige, was er wußte, geschickt zubenutzen, leicht und fließend zu schreiben, die entferntesten Dinge undSchriftverse, wie sie in der Kammer seines Gedächtnisses aufgeschichtetlagen, in Verbindung zu setzen und sie mit spielendem Witze zusammen-zukoppeln. Selbst die Kabbala war ihm nicht als ein System gegen-wärtig; er kannte lediglich ihre Formeln und Schlagwörter und ver-arbeitete diese in geschickter Weise.
Ein sorgloser Verschwender, der Alles, was er hatte, ausgab,ohne zu bedenken, was ihm für den andern Tag bleiben würde, be-nutzte Mose b. Leon die in Mode gekommene Kabbala, um auf diesemGebiete schriftstellerisch aufzutreten und sich dadurch eine reiche Ein-nahmequelle zu verschaffen. Er führte ein Wanderleben, wohnte langeZeit in Guadalaxara, dann in Viverro, in Valladolid undzuletzt in Avila. Zuerst ließ er Geisteserzeugnisse unter eigenemNamen erscheinen (um 1285^). In einem umfangreichen Werke ent-wickelte Mose de Leon die Zwecke und Gründe der Religionsgesetzedes Judenthums b), allerdings in einem andern Geist als Maimuni
*) Note 12. 2 ) Als sein frühestes Werk citirt er ein: nnv.i iwiV iro.
b) eingetheilt in zwei Bücher und . 12 -xn ni n-vr>, verfaßt
1287, noch Lls.