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Geschichte der Juden.
und auch bereits mit einem mystischen Anfluge, aber noch immer freivon kabbalistischem Wüste. Dieses Werk widmete er Levi Abulafia,einem Sohne des Todros Abulafia (o. S. 188). Drei Jahre später(1290) setzte er wieder ein Werk in die Oeffentlichkeit, das schon mehrkabbalistischen Inhalt hatte Z. Er polemisirte darin gegen die Re-ligionsphilosophen, welche „Vorgaben, der Inhalt des Judenthumsdecke sich mit der Philosophie. Wenn dem so wäre, wozu brauchte diesinaitische Offenbarung unter Naturaufruhr, Donner und Blitz bekanntgemacht zu werden, wenn sie nichts anderes lehrte, als was Aristotelesohne solches Geräusch zu Tage gefördert hat!" Mose de Leon be-hauptete, cs sei den jüdischen Religionsphilosophen gar nicht Ernstmit ihrem Einklang von Judenthum und Philosophie; sie wolltenlediglich die Menge täuschen und sie glauben machen, daß die Thoranicht im Widerspruche stünde mit der Philosophie, um die letztere ein-zuschmuggeln. Er aber stellte auf: Die Thora habe einen ganz anderenInhalt, sie sei der Gedanke Gottes; an jedem Worte, jeder Er-zählung, jeder Vorschrift der Thora hänge der. Bestand der Welt^).Wie Mose de Leon aber daran ging, diesen höheren Inhalt auseinander-zusetzen, verrieth er dieselbe Gedankenarmut!), welche die Kabbalistenauch sonst charakterisirt; nur wußte er sie hinter Wortschwall zu ver-decken und mit einem Geheimnißkram zu verhüllen. Seine Gemein-plätze von der Seele „als einem Abbilde des himmlischen Urbildes",ihrer Abstammung aus dem Urquell des Heiligen, ihrem Vermögen,den Segen vom Himmel auf die Erde M ziehen, und ihrem Zustandnach dem Tod, seine Lehre von der zukünftigen Welt, der Seelen-wanderung und den Geheimnissen dieses und jenes Gebotes bietennach keiner Seite hin etwas Neues oder Originelles. — Von der-selben Art ist sein Buch, das er zwei Jahre später verfaßte unddemselben Kabbalisten Todros Halevi widmete. Es sind nur Wieder-holungen eigner und fremder Schlagwörter, man kann nicht sagen Ge-danken ^). Wiederum ein Jahr später (1293) verfaßte er „das Buchder Geheimnisse" oder die „Wohnung des Zeugnisses^,worin er sich und andere wiederum copirte und wiederholte. Neuist darin die Beschreibung des Paradieses, die er einem apokryphischenHenochbuche entlehnte, welches er entweder in hebräischer Spracheoder in einer (Übersetzung aus dem Arabischen (einem Buche desJdris-Henoch) vorgefuuden hat.
1) norn.n lrs:.n ILO oder Mio, Basel 1608.
In dem eben genannten Werke Nr. 2.
°) llollinsk Beiträge II. S. 73.
mnon iro oder anx.i vergl, Note 12.