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Geschichte der Juden.
von ihm. Statt dessen sollen sie an ihren Gewändern kleine Kreuzebemerkt haben, ans die sie nicht gefaßt waren, und die sie theils er-schreckt, theils ernüchtert hätten. Möglich, daß die Ungläubigen inder Gemeinde ihnen Kreuze an die Gewänder heimlich angeheftethatten, um entweder einen Spaß mit den Leichtgläubigen zu treibenoder sie aufmerksam zu machen, wohin die messianische Gaukelei amEnde führen würde, und sie solchergestalt von ihrem Wahne zu heilen.Einige seiner Gläubigen sollen in Folge dieses Vorgangs zum Christen-thum übergetreten, andere in Schwermuth verfallen sein, weil sie sichdie Erscheinung der Kreuze nicht hätten erklären können. Was ausden Propheten oder betrogenen Betrügern von Ayllon und Avila ge-worden ist, wird nicht erzählt. Sie sind, wie Abraham Abulafia,verschollen und haben auch nur als Auswüchse eines krankhaften Zu-standes einige Bedeutung.
Es ist möglich, daß auch ein anderer Jünger Abulafia's, JosephGikatilla, der ebenfalls als Wuuderthäter^) galt und nicht weitvon Ayllon seinen Wohnsitz hatte, bei dem wahnsinnigen oder be-trügerischen Spiel der Propheten von Ayllon und Avila eine Rollespielte. Joseph b. Abraham Gikatilla (geb. in Medina-Celi,st. in Penjafiel nach 1305^) hörte als Zwanzigjähriger die sinn-verwirrende Geheimlehre Abulafia's und verfaßte, während diesernoch in Spanien weilte, seinerseits eine kabbalistische Schrift: „DerNußgarten", in welcher er dieselbe Verschrobenheit wie sein Meisteran den Tag legte. Auch er beschäftigte sich mit der Buchstaben- undZahleumystik, mit Buchstabenversetzung, und führte eine Spielerei, dieschon Abulafia aufgestellt hat, den hebräischen Vokalzeichen einemystische Bedeutung zu geben, noch weiter. Joseph Gikatilla zer-arbeitete sich, die verschiedenen Gottesnamen in der Bibel mit den zehn
*) Chajim Jbn-Musa (bl. um 1450) berichtet in seinem antichristianischenWerke nm-n (Ns.) von den Wunderthätern, die es mit denen in den Evan-
gelien aufnehmen könnten: >-w '2 mo-npi»: app' 'i (.n)rp-,iir) risp uiowi- 101 ' > 12:2 (Ns. der Breslauer Seminar-
lübliothek Codex XXIV R II. Bl. 135). Auch Zakuto bezeichnet ihn als:' 1 ; die säitio Illlixorvski des Jochasin hat noch denZusatz: mrp.n (p>. 224 s..). Joseph G's. Geburtsjahr hat Jellinek
richtig bestimmt nach einem Ns. des u-n rm-, das der Verfasser 5034 — 1274im sechsundzwanzigsten Jahre geschrieben hat (6sb lla-Niärasoll HI. Einl. S.Xlli. Note), lieber I. G.'s Schriften vergl. die Bibliographen, Zunz ^.ääi-tamsvts, zum Katalog der Leipziger hebräischen Bibliothek und Jellinek, Bei-träge zur Kabbala II. S. 57 ff.
2 ) Da Isaak von Allo die Manier G.'s tadelt, die Gottesnamen ohneScheu hiuzuschreiben (Nsirat Uns-firn gegen Ende), so muß er ihn bei seinerAnwesenheit in Spanien noch gesprochen haben.