Die Juden in England.
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breiter der Falschmünzerei wären. In Folge dessen wurden an einemTage (Freitag, 17. Nov. 1278) sämmtliche Juden Englands mitFrauen und Kindern verhaftet, in den Kerker geworfen und bei ihnenHaussuchung gehalten. Es zeigte sich zwar hinterher, daß auch vieleChristen und sogar edle Männer Londons sich der Falschmünzereischuldig gemacht hatten, und daß im ganzen Lande doch nur 293 Judendes angeschuldigten Verbrechens überführt wurden. Nichts desto-weniger mußten über 10,009 Juden darunter leiden, und währenddie angeschuldigten Christen bis auf drei um Lösegeld freigesprochenwurden, wurden die 293 Juden gehängt, andere zu ewiger Kerker-strafe vcrurtheilt und noch andere des Landes verwiesen und ihreGüter confiscirt^). Der Haß ruhte aber nicht; noch immer wurdendie Juden angeklagt, falsche Münzen zu besitzen. Man bemühte sich,ihnen solche unterzuschieben. Gewissenlose Christen benutzten derenSchrecken, um mit der Drohung, sie anzugeben, ihnen Geld abzupressen.Edward, der diese Jntriguen erkannte, erließ ein Gesetz (Mai 1279hdaß Anklagen wegen Falschmünzerei nur bis Mai des nächsten Jahreserhoben werden könnten, und setzte so der Angeberei eine Schranke^).
Die Feinde der Juden ermüdeten aber nicht, neue Anklagengegen sie zu schmieden. Bald hieß es, daß die Juden in Nothamp-ton ein Christenkiud gekreuzigt hätten. Dafür wurden viele Judenin London von Pferden auseinandergerissen und die Leichen an denGalgen gehängt (2. April 1279 Bald hieß es, daß die Judendas Kreuz, die katholische Religion, die Gottesmutter gelästert hätten.Der König erließ darauf ein Gesetz (1279), daß die Lästerer mit demTode bestraft werden sollten. Da Edward aber seine Leute kannte,so fügte er hinzu, daß die Strafe nur dann erfolgen sollte, wenn dieAngeklagten durch unparteiische, ernste Männer des Vergehens über-führt worden wären ^s. Um die Juden zu Lästerungen gewissermaßenzu reizen, ersannen die Dominikaner eine teuflische List. Sie gingenden König an, ihnen die Erlaubniß zu ertheilen, Bekehruugspredigtenfür die Juden zu halten, überzeugt, daß der Eine oder der Andere unterdenselben vom Eifer für seine Religion hingerissen werden würde, einverletzendes Wort zu gebrauchen. Edward ertheilte auf Antrag desPriors diese Bewilligung (1280) und bedeutete den Juden, die
U Fortsetzung des Florenz of Worcester a. a. O. x. 220 s. Matthen ofWestminster tlorss llistoriarnia (sä. UrauIU.) p. 409; vergl. Pauly, GeschichteEnglands IV. S. 32.
*0 N^rasr losäsra a. a O. x. 570.
°) Fortsetzung des Florenz of Worcester a. a. O. x. 222.
Bei Tovs^ x. 208.
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