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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Die Juden in England.

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weisen i); aber er ließ auch Milde walten, wo er kein böswilligesAuflehnen argwöhnte. Er ließ wenigstens verarmten Familien, welcheihm die Abgaben nicht zahlen konnten, so viel, um nothdürftig lebenzu können. Als die Gemeinden der Gascogne, die noch zu Englandgehörten, wegen übermäßiger Theuerung ihre Leistungen nichterschwingen konnten, bedeutete er seinem Connetable, sie bis aufWeiteres zu schonen^). Edward sah streng darauf, daß die Judenseines Landes nicht willkürlich gequält und geschändet werden sollten.Es sollte weder ihnen, noch ihrem Vermögen irgend etwas zu Leidgethan Werdens. So hätten sie noch eine Zeit lang in gebeugterHaltung fortbestehen können, keuchend unter der Last der Abgaben, dieunersättlichen Ansprüche des königlichen Schatzes durch Wuchertreibenzu befriedigen bemüht, wenn nicht ein geringfügiger Vorfall sie zumGegenstand bittern Hasses bei der Mönchswelt gemacht hätte.

In London lebte ein Dominikaner, Robert de Redingge^),welcher durch seine Kanzelberedsamkeit die Gemüther hinriß. Er hattesich auch auf die hebräische Sprachkunde verlegt, deren Pflege vondem dritten Ordeusgeneral, Raymund de Penjaforte (o. S. 119), sosehr eingeschärft worden war, um die Juden aus ihren Schriften be-kehren zu können. Aber anstatt zu bekehren, wurde der Prediger-mönch Robert de Redingge selbst bekehrt. Er empfand eine solcheLiebe zum Judenthum, daß er sich beschneiden ließ, den NamenHaggal annahm und eine schöne Jüdin heirathete (Sommer 1275°)Als er wegen seines Abfalls zur Rede gestellt wurde, vertheidigteer seinen neuen Glauben mit warmen Worten. Der König Edwardüberließ seine Bestrafung dem Erzbischof von Canterbury. Wie esihm erging, ist nicht bekannt, doch scheint es, daß er mit seiner Frauglücklich entkam. Die Dominikaner waren aber wüthend darüber, dasie den Uebertritt eines ihrer Glieder als Schandfleck an ihrem Ordenbetrachteten. Vom Volke und noch mehr von ihren sie tief hassendenNebenbuhlern, den Franciskanern, auf's Empfindlichste verspottet,suchten die Predigermönche Rache an den Juden zu nehmen. Da siedem König nicht unmittelbar beikommen konnten, wirkten sie ans diebigotte, habsüchtige Königin-Mutter Eleonore, und es gelang ihnen.Sie machte den Haß der Dominikaner gegen die Juden zu einerpersönlichen Angelegenheit und ruhte nicht eher, bis die englischenJuden den Leidenskelch bis auf die Hefe geleert hatten. Zunächst ver-

Das. x. 518 vom 20. Oct. 1274; x. 56V 25. Juli 1278.

2) Das. x. 523, 23. Mai 1275, Rova^ ^.vAlioa suclaicg, p. 207.

b) Das. x. 598, und Statuts ok öaäaisra bei ll?ovs^ a. a. O. p. 202.

^ Vergl. Note 11. s) Das.

Graetz, Geschichte der Juden. VII.

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