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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Geschichte der Juden.

so viel Geistesgewecktheit ausgegangen war, fiel eine grausige Scenevor, welche selbst bei dem König von Frankreich Mißfallen erregte.Am vorletzten Tage vor Ostern (26. März 1288) überfielen mehrereChristen das Haus eines reichen, angesehenen und talmudisch gelehrtenMannes Isaak Hütelein und schleppten ihn mit seiner ganzenFamilie vor das Tribunal der Dominikaner, wahrscheinlich wegen derfalschen Anklage eines Christenkindermordes. Die Christen sagtengeradezu, sie wollten an den Inden den Tod ihres Herrn rächen. DieInquisition der Predigermönche vernrtheilte hierauf dreizehn Judenvon Trohes, Männer, Frauen und Kinder, zum Feuertode. BierWochen später (24. April) bestiegen sie sämmtlich mit dem jüdischenBekenntniß im Munde den Scheiterhaufen, ohne auf das Zureden derMönche zu hören, durch die Taufe ihr Leben zu retten. MehrerePoetanen dichteten hebräische Elegien auf den Märtyrertod dieser drei-zehnHeiligen", und einer derselben, Jakob b. Jehuda ausLothringen besang sie in 16 Strophen in französischer Sprache mitgefühlvollen gut gesetzten Versen^). Daraufhin erließ der KönigPhilipp der Schöne eine besondere Verordnung (17. Mai 1288),welche den Mönchen verbot, französische Juden wegen einer Klage,ohne vorangegangene Untersuchung durch einen königlichen Beamten,zu verfolgen'ch.

Nicht lange darauf erfüllte sich das herbste Geschick an den JudenEnglands. Sie waren womöglich noch unglücklicher als die deutschenJuden. Ehe sie verbannt wurden, mußten sie alle Stufen des Elendsdurchmachcn. Bei der Thronbesteigung des neuen Königs Edward I.hatten sie alle Aussicht ans Sicherheit der Existenz, weil dieser, dasGegentheil seines Vaters, streng, aber auch gerecht war, ihnen nichtsschenkte, aber sie auch nicht auszusaugen gedachte, und sie jedenfallsvor Anfällen von Seiten des verblendeten Pöbels schützen konnte.Edward gab zwar nicht zu, daß sie sich in einer Stadt niederließen,wo früher keine Juden gewohnt hatten, und vertrieb diejenigen, welchevor seiner Krönung sich in Winchelesea niedergelassen hatten; aberer schärfte den Beamten dabei ein, daß ihnen an Leib und Vermögenkein Schaden zugefügt werden sollte^). Er ließ zwar die Judensteuerauf's Strengste eintreiben und ermächtigte die Executoren, die Schuldnerund Säumigen mit Weib und Kind unbarmherzig aus dem Lande zu

*) ^.rsdns Oarrnststtsr, sxtrait äs ls, Rouraania 1874. III. x>. 443 fg.Ronan, Iss Raddins Iianqais p. 475 fg.

2) Oräonanoss äss rois äs Kranes N. I. x. 317.

R^rnsr losäsrs. (. I.onäon 1861.) 1. II, x>ars II. x>. 516 vom18. Juni 1273.