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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Geschichte der Juden.

samkeit eines Diplomaten. Er hatte auch Sinn für Poesie undWissenschaft und wurde später ihr Beförderer. Als Arzt wohnteSaad-Addaula in Bagdad, wo Argun öfter seinen Hof hielt. SeineKunstgenossen beklagten sich einst über ihn bei dem Großchan, daßSaad-Addaula ein ruhiges Leben führe, während sie den Herrscherüberall, wohin die Staatsgeschäfte ihn riefen, begleiten müßten.Darauf rief ihn Argun in sein Zelt, und das war die erste Staffelzu seinem Glücke und seiner Rangerhöhung. Als der Großchan einsterkrankt und dann genesen war, unterhielt er sich mit dem Leibarzte, demer seine Gesundheit verdankte, von Staatsgeschäften und erfuhr vonihm Dinge über den Stand der Einnahmen, welche die Statthalterund Höflinge aus Habsucht dem Großchan geflissentlich verborgenhielten. Seit der Zeit wurde Saad-Addaula Günstling und Rath-geber und stieg von Stufe zu Stufe bis zum Range des höchstenStaatsbeamten.

Viele begüterte Juden der Rhein- und Maingegend waren bereitsausgewandert, R' Me'ir von Rothenburg war mit seiner ganzenFamilie bereits in der Lombardei angekommen. Er erwartete nurnoch viele Gemeindeglieder, um mit ihnen und anderen Auswanderernin Italien ein Schiff zu besteigen, das sie nach dem Morgenlande inden Hafen der Sicherheit führen sollte. Unglücklicherweise wurde

R' Me'ir von einem getauften Juden (Knippe?) erkannt, welcher imGefolge des Bischofs von Basel durch dieselbe Stadt zog. Auf Ver-anlassung des Bischofs nahm ihn der Hauptmann Meinhard vonGörz gefangen, lieferte ihn aus, und der Kaiser Rudolph ließ ihn inden Thurm von Ensisheim (im Elsaß) in Haft bringen (4. Tam-mus 19. Juni 1286 *). Dem Kaiser war es nicht darum zu thun,den flüchtigen Rabbiner zu bestrafen, sondern ihn in Sicherheit zubringen und seine Auswanderung zu verhindern, denn er fürchtete,durch die massenhafte Auswanderung der Juden würden die kaiser-lichen Einnahmen von den Kammerkuechten bedeutende Einbuße erleiden.R' Melr's Haft war daher milde. Er durfte Besuch empfangen,Jünger unterrichten und sämmtlichen rabbinischen Funktionen obliegen,nur durfte er den Ort nicht verlassen. Die Häuser und Gründeder ausgewanderten Juden von Mainz und anderen Städten hattensich die Bürger inzwischen als ein ihnen anheimgefallenes Erbe au-geeignet. Der Kaiser betrachtete sie aber als sein Eigenthum, alsErbe von den ihm zugehörigen Kammerknechten. Er schrieb daher(6. December 1286) an die Schultheißen von Mainz, Worms, Speier,

') Note 9.