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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Saad - Addaula.

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die Juden mehrerer Gemeinden bestimmten, den Staub Deutschlandsabzuschütteln und mit Weib und Kind auszuwandern. Aus denStädten Mainz, Worms, Speier, Oppenheim und anderen inder Wetterau verließen viele Familien ihre festen Besitztümer, umüber's Meer zu gehen. Und an ihrer Spitze stand der angesehensteRabbiner Deutschlands, R' Meir von Rothenburg, welcher wie einHeiliger verehrt wurde. Auch er wanderte mit seiner ganzen FamilieausZ, um nach Syrien (Palästina) zu gehen (Frühjahr 1286>. Eshieß, ein Messias sei dort aufgetreten, welcher das unglückliche Israelerlösen wolle. Haben die Juden dieses geltend gemacht? Sollte derkabbalistische Schwärmer Abraham Abulafia, welcher in dieser Zeitin Sicilien als Prophet und Messias auftrat, einen messianischenWiederhall in den Herzen der deutschen Juden erweckt haben? Oderhatten sie von dem Glücke vernommen, in dem ihre Brüder untereinem mongolischen Herrscher lebten, der sie höher als die Mohamme-daner stellte und die Befähigten unter ihnen zu Staatsgeschäftenbeförderte?

Der Orient sah damals nämlich mit Erstaunen einen jüdischenStaatsmann als die angesehenste Persönlichkeit am Hofe eines mongo-lischen Großchans, dessen Gebiet sich vom unteren Euphrat und derGrenze von Syrien bis zum Kaspi-See erstreckte. Die Mongolenoder Tataren hatten ein großes Reich in Persien gegründet, das nurdem Namen nach von dem Chanat der Mongolei und China abhängigwar. Auf Hulagu, den Gründer dieses Reiches, und Abaka (Abagha),seinen Sohn, war sein zweiter Sohn gefolgt, welcher sich zum Islambekannte und den Namen Ahmed annahm. Damit waren aber diepersischen Mongolen unzufrieden; Ahmed wurde entthront und hin-gerichtet, und sein Nachfolger im persisch-mongolischen Reiche wurdeArgnn, Abaka's Sohn (128491). Argun hatte eine entschiedeneAbneigung gegen den Islam und eine besondere Vorliebe für Judenund Christen. Dieser Großchan oder Jl-Chan hatte einen jüdischenLeibarzt, Saad-Add aula (vielleicht Mardochal Jbn-Alcharbijaeinen Mann von reichen Kenntnissen, durchdringendem Verstände,Politischer Einsicht und uneigennützigem Charakter ^). Da er viel mitMongolen verkehrte, so verstand er ihre Sprache neben dem Arabischen.Er hatte eine schöne Gestalt, einnehmende Manieren und die Bieg-

Vergl. darüber Note 9.

2) Vergl. Note 19.

°) So schildern ihn arabische und mongolische Quellen bei ä' Obsson-stoirs äs LlonZolss III. obapb II x. 31 ff. und Weil Geschichte der ChalifenIV. S. 148. f.