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Geschichte der Juden.
diesen treuherzigen, thatkräftigen, etwas beschränkten aber um so liebens-würdigeren Mann. — Hillel b. Samuel aus Verona (geb. um1220, starb um 1295 ^), eifriger Talmud-Jünger des R' Jona Gerundi(o. S. 36) war weit entfernt, die Unduldsamkeit und Verketzerungssuchtseines Lehrers zu theilen. Er war Zeuge von dessen aufrichtigerZerknirschung wegen der fanatischen Schritte bei den Dominikanerngegen die maimunischen Schriften und faßte seitdem für Maimunieine fast vergötternde Verehrung. Hillel überwand die talmudischeEinseitigkeit und verlegte sich auch auf allgemeine Wissenschaften. Dielateinische Sprache eignete er sich — eine seltene Ausnahme indamaliger Zeit unter den Juden — so vollkommen an, daß er sie zuschriftstellerischen Zwecken zu gebrauchen verstand; er übertrug einechirurgische Schrift aus dieser Sprache ins Hebräische. Selbst Hillelshebräischer Styl wurde von dem lateinischen Satzbau beherrscht undgefärbt. Er schrieb eine schöne, durchsichtige, gedrungene hebräischeProsa, die er von der nichtssagenden Phrasenhaftigkeit und den über-ladenen Floskeln der damaligen Schreibweise frei machte. Seine Briefeund Abhandlungen sind Muster eines klaren, fließenden, die Gedankenrein wiederspiegelnden Styles. Er betrieb die praktische Arzneikundezuerst in Rom, dann in Capua, Ferrara und im Alter in Forli.
Hillel aus Verona ist erst in neuester Zeit bekannt geworden durch dieVeröffentlichung seiner zwei Sendschreiben an Isaak Maestro Gajo (in DssrnLsllsniin x. 70 ff. und in Ollsinäs Nsnnss p. 17 ff. in den Jahren 1854bis 1856), ferner durch die Mittheilung der Sendschreiben Serachja b. Schaltiels(von Kirchheim in Orisr Nssllrnsck II. x. 124 ff.) im Jahre 1857 und durchdie Veröffentlichung der philosophischen Schrift wen durch Halberstamin
Lyck 1874. Seine Lebenszeit ergiebt sich aus folgenden Daten. Er war dreiJahre Jünger des R'Jona Gerundi, als dieser nach der Verbrennung desTalmud in Barcelona lehrte, d. h. nach 1242, also um 1250. Er mag alsodamals schon ein reifer Jüngling gewesen sein. Sein spsZinnls lls-llistssollschrieb Hillel 1291 (Note 8), und später noch seine Erklärung zu Maimuni'sphilosophischen Schriften. Im Jahre 1290, als er das erste Sendschreibengegen Salomo Petit erließ, fühlte er sich bereits alt, und sein nannteer ein Kind des Alters. Zwischen 1260 und 1271 wohnte er in Capua, woder Mystiker Abraham Abulafia bei ihm philosophische Vorlesungen hörte: 'mi82111 rpo:h'2 p:n 0:1 12:1 L"8 'I8rr> c'»' 1L'»1 Hl» '»118 :11p ,18 12p 1'p:8'->iOi^'2i 1221» »r» I»2l 112^81 118 11:1181 hil '1 1»L'1 1121» (Quelle beicksllinsll Nsb Pa.-Nickra.sob III. Einl. x XNI). Seins Korrespondenz mitSerachja fällt ohne Zweifel noch vor seine Bearbeitung einiger Punkte ausdem Mors und noch vor die Bewegung gegen die maimunischen Schriften durchSalomo Petit, wohl noch in sein angehendes Mannesalter; damals lebte erin Ferrara. Außer den genannten Schriften verfaßte Hillel: OllirnrZis Nrnniex Istins linAns in Nsllrs.sa.in brsnsists (cks Nossi Oocksx 1281); einephilosophische Auslegung des Hohen Liedes und piii 120 über Agava, (beide,citirt in seinem wen 'll»:i).