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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Geschichte der Juden.

weder durch den Papst noch sonst Jemanden losgesprochen werdendürfte, diese Freiheiten aufzuheben Die kanonischen Gesetze gegendie Juden wurden wenig beachtet, Niemand zwang sie, ein Abzeichenzu tragen. Nicht nur der König von Sicilien, Carl von Anjou, hieltsich einen jüdischen Leibarzt, Farag Jbn-Salomo, dessen Name alsGelehrter (unter dem Namen Farragut) auch in christlichen Kreiseneinen guten Klang hattet, sondern selbst der Papst übertrat diekanonische Satzung, sich von Juden keine Medicamente reichen zu lassen.Einer der vier Päpste, welche in dem kurzen Zeitraum von dreizehnJahren (1279 bis 1291) regierten, vertrante seinen heiligen Leib derBehandlung eines jüdischen Leibarztes Isaak b. Mardochai an, derMaestro Gajo betitelt wurde ^).

Der Wohlstand, welcher in Italien in Folge der weitausgedehntenHandelsbeziehungen herrschte, und der Sinn für Kunst und Poesie,der sich damals in der Jugendzeit des Dichters Dante zu regenbegann, wirkten auch auf die italienischen Juden ein und weckten sieaus dem bisherigen schlafähnlichen Zustande.

Auch in Italien entwickelten sich die Anfänge einer höherenjüdischen Cultnr ans der Vertiefung in den Talmud. Erst in diesemJahrhundert begannen die italienischen Juden, sich eifrig auf den Tal-mud zu verlegen, und es trat in Folge dessen eine Reihe be-deutender Talmudisten ans. Der Hauptanreger des liefern Talmud-studiums in Italien war Jesaja da Trani der ältere (blühte um1232 bis 1270Z, der tossafistische Commentarien zum Talmud schrieb

*) Mn.rs.tori ^.ubiguitutss 1ts.1is.uus älsssitutlo 18 p. 827.

2) ^.ruurl, I^s. gusrru äsl vsspsro Lioilisuo (Florenz 1851) I. B. 65.Carl von Anjou ließ vom König von Tunis durch eine feierliche Gesandtschaftein medicinisches Buch des Alrazi kommen und von dem jüdischen GelehrtenFarag aus dem Arabischen ins Lateinische übersetzen im Jahre 1279. Er hatauch ein anderes arabisch-medicinisches Werk ins Lateinische übersetzt und esOurlo rsgi ssus uoiuiuio xriiuo, d. h. Charles von Anjou gewidmet, edirt1543 vergl. Ouruaolg-, Iristoirs äss rusäseiuo juits p. 82. Steinschneider,die hebräischen Uebersetzungen des Mittelalters (Berlin 1893) S. 9/4.

o) In dem zweiten Sendschreiben des Hillel von Verona lautet die Ueber-schrist: rru 1222 -^ 2 "? '2 2,22 und dieser heißt im Text '0002 02

Ein Pariser Codex hat die Lesart: nw'sn.n nsii pru" '2 (Carmoly in Ossrdlssluuuä III. x. 119). Dieser Isaak (Gajo) ist nicht identisch mit demPoeten Isaak b. Mardochäl aus der Familie Kimchi (Vergl. O^ur Hsvluus.äII. x. 238).

^) Vergl. über ihn und seine edirten und handschriftlichen Werke dieBibliographen und Güdemanns Geschichte des Erziehungswesens und derCultur der abendländischen Juden II. S. 185 ff. das. Note XI. Er correspon-dirte mit Abigedor Kohen, der in Wien war. Aus dem Citat bei Asulätp. 56 erziebt sich, daß er bereits 1271 gestorben war.