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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Salomo Petit.

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Schriften laut werden lassen sollte. Mehrere Rabbinen, welcheJischa'i zum Beitritt aufgefordert hatte, sprachen sich in demselbenSinne aus. Allein Salomo Petit war nicht der Mann, sich vonHindernissen bewältigen zu lassen. Er unternahm eine weite Reisenach Europa, hielt sich in den größeren Gemeinden auf, entwickeltevor den Rabbinen und angesehenen Männern die Gefährlichkeit dermaimunischen Schriften, imponirte ihnen durch seine kabbalistischeGeheimlehre und wußte Manche zu überreden, sich ihm anzuschließcnund in eigenhändig beglaubigten Urkunden auszusprechen, daß diephilosophischen Schriften Maimuni's Ketzereien enthielten, beseitigtoder gar verbrannt zu werden verdienten und von keinem Juden ge-lesen werden dürften. Nirgends fand Salomo Petit mehr Anklang,als unter den deutschen Rabbinen, welche durch Mose Taku's wissens-feindliche Schrift gegen Maimuni und die freie Forschung eingenommenwaren. Sie unterstützten ihn mit Handschreiben, selbst solche, welchefrüher dem Exilarchen Jischa'i zugestimmt hatten ^).

Des Beistandes der deutschen und einiger französischen Rabbinenversichert, trat Salomo Petit seine Rückreise über Italien an undsuchte auch da Parteigänger zu werben; allein hier fand er amwenigsten Anklang, denn wie Maimuni neue Gegner in Deutschlandfand, so fand er neue und warme Verehrer in Italien. Dieitalienischen Gemeinden, welche bis dahin mit den deutschen auUnkunde jeder Art gewetteifert hatten, erwachten gerade damals ausihrer Unwissenheit, und ihr eben geöffneter Blick wendete sich demLichte zu, das von Maimuni ausgegangen war. Ihre politische Lagewar nicht ungünstig, ja sie waren im Weichbilde des Petri-Stuhlesdamals günstiger gestellt, als die Juden in Mitteleuropa. Wie diedeutschen Kaiser aus dem Hause der Hohenstaufen durch ihren stetenBlick auf Italien in Deutschland wenig heimisch waren und weniggalten, so hatten auch die Päpste durch ihre ewige Einmischung in dieWelthändel Einbuße an Ansehen auf ihrem eignen Gebiete erlitten.Die kanonischen Gesetze gegen die Juden sind nirgends so ohneweiteres unbeachtet geblieben, wie in Italien. Die kleinen Staatenund Staatengebiete, in welche damals das Land zerfiel, waren zueifersüchtig auf ihre Freiheiten, als daß sie der Geistlichkeit Einflußauf die innern Angelegenheiten gestattet hätten. So hat die StadtFerrara ein Statut für die Juden erlassen, das ihnen viele Freiheiteneinräumte und einen Zusatz enthielt: daß der Magistrat (pociöotä)

9 Bannschreiben des Exilarchen Jischai und der Gemeinde von Safet inLsrsm Obsrasä III. p. 170 ff.