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Geschichte der Juden.
lichkeit fast zum Thier erniedrigt habe. Aristoteles sei nämlich in dieFrau seines Zöglings, des Königs Alexander von Macedonien, ver-liebt gewesen und habe ihr unziemliche Anträge gemacht. Um ihn zubeschämen, habe sie ihm Befriedigung seiner Brunst unter derBedingung versprochen, daß er auf allen Vieren auf der Erdoherumkriechen würde. Aristoteles sei darauf eingegangen und sei nunplötzlich in dieser beschämenden Haltung von Alexander überraschtworden, der von seiner Frau zu diesem Schauspiele bestellt wordensei. Ob Salomo Petit dieses Märchen erfunden oder nacherzählthat, ist gleichgültig; es war darauf angelegt, seinen Zuhörern einenAbscheu vor der Philosophie beizubringen, deren Hauptvertreter un-keusche Gefühle, unwürdig eines Weisen, gehegt hätte. Akko wardamals ein Nest von Kabbalisten und Finsterlingen, unter denen dieJünger Nachmani's die Oberhand hatten. Obwohl die Tage dieserStadt — der letzte Rest des zusammengeschmolzenen christlichen König-reichs von Jerusalem — gezählt waren, geberdeten sich doch dort dieMystiker, als wenn ihnen die Ewigkeit zugetheilt gewesen wäre.Salomo Petit glaubte, so festen Boden gefunden zu haben, daß ersich mit dem Plane hervorwagen durfte, neuerdings das Verdammungs-urtheil über die maimunischen Schriften zu verkünden, das wissen-schaftliche Studium zu verpönen und die Männer der freien Forschungin den Bann zu thun. Besonders gegen Maimuni's „Führer" (.Vloi-s)war sein Fanatismus gerichtet; er verdiente nach seiner Meinung,wie ketzerische Schriften dem Gebrauche entzogen zu werden. Fürdiese Verketzerung warb er in Palästina Anhänger. Wer würde sichnicht fügen, wenn die Stimme des heiligen Landes sich hat vernehmenlassen? Wer wollte rechtfertigen, was dieses verdammt hat? Alleinder Eiferer Salomo Petit fand unerwarteten Widerstand.
Es stand damals an der Spitze der morgenländischen Gemeindenein thatkräftiger Mann, Jischai b. Chiskija, der sich von denMachthabern den Titel Fürst und Exilarch (Keseli-Salnta) zu ver-schaffen gewußt hatte. Die Gemeinden Palästina's, so weit dieses imBesitze der Mohammedaner und des egyptischen Sultans Kilavunwar, gehörten natürlich zu seinem Sprengel und er beanspruchte auchGehorsam von der Gemeinde Akko's, obwohl dieses den Kreuzfahrerngehörte. Der Exilfürst Jischai war voll Verehrung für Maimuuiund befreundet mit dessen Enkel, dem egyptischen Nagid David(o. S. 147). Sobald er Kunde von dem Treiben des Salomo Petit,des Mystikers von Akko, erhielt, richtete er ein drohendes Send-schreiben an ihn und bedeutete ihm, er würde ihn in den Bann thun,falls er ferner nur ein Wort des Tadels gegen Maimuui und seine