Druckschrift 
7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
Entstehung
Seite
154
Einzelbild herunterladen
 

154

Geschichte der Juden.

entzweite die Gemüther. In Spanien und Südfrankreich war zwarmit der feierlichen Reue des ehemaligen Gegners R' Jona I. der Streiterloschen. Die Rabbinen dieser Gemeinden waren seit der Zeit vollVerehrung für Maimuni und gebrauchten mit mehr oder weniger Ge-schicklichkeit und Gedankenklarheit seine Ideen als unbestreitbar zurKräftigung der Religion. Selbst die strenggläubigsten Talmndisten inSpanien und der Provence redeten Maimnni's Sprache, so oft sie dieGlanbensansichten auseinanderzusetzen hatten. Aber auf einem anderenSchauplatze tauchte der Streit für und gegen Maimuni wieder auf.In den deutschen und italienischen Gemeinden erhitzte er von Neuemdie Gemüther, wälzte sich wieder bis nach Palästina und zog gewisser-maßen die Gesammtjudenheit in seinen Kreis. Die deutschen Inden,welche bisher gar keinen Sinn für Wissenschaft zeigten^), ihr Denkenin den engen Kreis des Talmud einspannen und von der Bewegungder Geister in Montpellier, Saragossa und Toledo keine Kunde hatten,auch nicht einmal ahnten, daß Maimuni neben seinem Religionscodex(den sie anerkannten) auch Schriften zweideutigen Inhaltes hinterlassenhabe, die deutschen Juden wurden aus ihrem glanbensseligen Schlummergeweckt und über die Tragweite der maimunischen Religionsphilosophiebedenklich gemacht.

Der Urheber neuer Erbitterung war ein gelehrter Talmudist,Mose b. Chasdai Taku^), (blühte 125090); er lebte in Negens-

*) Charakteristisch für die deutschen Juden ist, was Serachja b. Schaltiel(vergl. weiter) über sie bemerkt: vww) onnpn ibu i> 2 w .mn ub ni 7212 mmvviMIWL'NN tun '2 >muann ib (mswibw inn bp un^vn. (Philosophischer

Commcntar zu den Sprüchen zu 6 , 1). Vergl. damit Ascheri's Stabbrechenüber die Wissenschaft in Ninobat Lsnaob Ho 99.

2 ) Diese bis in die neueste Zeit unbekannt gebliebene Persönlichkeit ist durchCarmoly und Kirchheim aus dem Dunkel gehoben worden; 0. Ibinsrairssx. 288 Note 65. 315 Note 269 und L. Einleitung 'zu Taku's mvn 202 inO^ar blsobrnaä III. x. 54 ff. aus dem Citat bei Israel Bruna (Lssxx.blo. 24): givo nuLnun n'pn mnwpi 2 N 2 no'L- b'N igm nwv N nnn nmL'.nn mmn:

um-b, folgt, wo er gelebt, oder wenigstens, wo er gestorben. Er wird fernercitirt in Ussxx. Or- 8 arna und seines Sohnes Obsgiin Or- 8 arua blo. 8 , 54,193, 199, 204, als einer, der noch am Leben war sdie Responsen umfassen dieZeit zwischen der Judenverfolgung in Frankfurt a. M. 1240, und der Ver-treibung der Juden aus Frankreich 1306, das. Ho. 111), ferner in R-ssxx.Me'ir von Rothenburg (große Sammlung, I?olio) Nr. 613 und der jüngstenSammlung (1860. Lemberg) Nr. 111, 114. Vergl. Groß in Frankel-GraetzMonatsschr. Jahrgang 1871, S. 253. Dagegen ist der ipn 'vpnen 2 M 12 ausGoslar das. Nr. 476 x>. 50 a. nicht derselbe. Aus dem Umstande, daß Takuin seiner Hauptschrift Nachmani's Hiob - Commentar kannte, und diesen sogarmit Maimuni verwechselte ( 2-20 202 , Or:g.r Nsobrnaä x. 66 ) ergiebt sich, daßer viel jünger als dieser war. Dann kann aber der von Nachmani citirte: