Ben-Adret als Polemiker.
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als Streiche in die Luft Vorkommen mochten, von Salomo Ben-Adretaber als nicht ungefährlich betrachtet wurden. Er hatte öfter Unter-redungen mit theologisch gebildeten Christen und, wie es scheint, mitRaymund Martin selbst, hörte diese und jene Behauptung, diesen undjenen Beweis für die Göttlichkeit des Christenthums, daß dieses dasJudenthum vollständig überwunden und aufgehoben habe, und fürchtete,die Schwachmüthigen und Urtheilslosen könnten sich dadurch zumAustritt aus dem Judenthume verleiten lassen. Um dem entgegenzu-wirken, verfaßte er eine kleine Schrift worin in kurzen Sätzenalles dasjenige widerlegt wird, was christlicherseits damals gegen dasJudenthum geltend gemacht wurde ^). Ben-Adret rechtfertigte zuerstden Satz, daß die Christen kein Recht hätten, die Riten des Juden-thums — wenn sie die sinaitische Offenbarung als eine geschichtlicheWahrheit anerkennen und nicht, wie die Philosophen, verwerfen —>theils als nur auf eine bestimmte Zeit gegeben (bis zu Jesu Ankunft)
*) Nssxp. IV. Ho. 187: N'oono IN» ' 0 P nwm 0 L'» o» o°>oo omob 'N'»o p ipINI»). Merkwürdig ist in dieser Controverse Ven-Adret's mit einemchristlichen Theologen, daß er in dem Verse: »w 'o -p —nw.wo ooo> wo' »b
das Wörtchen -p, entschieden gegen die massoretische Accentuation, zum vorher-gehenden Satz zieht: wo p mxoi - pb nw.wo ooo wo' »b »in p omon o-nwooonon ooon PI - - . In einem älteren Texte bei Pinsker I-llrnbs Lall-
vaonljob hat das Wörtchen -p in der That einen Disjunctivus. lieber Ben-Adret's Controversen vergl. die folgende Anmerkung.
2) Es existirt eine apologetische Schrift, die Ben-Adret beigelegt wirdund sämmtlichen Bibliographen, selbst de Rosst unbekannt blieb. Sie befindetsich, vielleicht als Unicum, in der Breslauer Seminar-Bibliothek (aus demSaravalschen Nachlaß) und ist jetzt edirt von Or. Perles a a. O. DieserGelehrte hat auch aus Parallelstellen die Echtheit bewiesen. Die Schrift bestehtaus drei Partieen, die erste gegen einen mohammedanischen Polemiker und diezweite und dritte gegen christliche Angriffe. Die letzteren (das. Beilage vonx. 24 an) bilden ein eigenes oxus und sind nicht, wie Or. Perlss annimmt,den moo» 'o>:on des B. A. entlehnt. Denn sie haben eine Einleitung und diesegiebt an: der Vers, wolle ein Merkchen zur Widerlegung der christlichen Pole-miker zusammenstellen: 7oi owoo nrp o->o b» yio»o 'oi> i>» mn: (bei Perles Beilagex. 25). In einem Lssx. IV Ho. 31. bemerkt B. A ausdrücklich: er habeeine apologetische Schrift verfaßt: oo:wr5 'noon owoo nrpo >is' ,-w' w '» ',oo»o ooon> oro mrnin bp o'pw.n o'nn. Meistens ist diese Apologetik gegen Punkte gerichtet,welche Raymund Martin geltend gemacht hat. Da nun die Hauptpartie derapologetischen Schrift in der Form eines Dialogs mit einem Christen gehaltenist, bald in der zweiten, bald in der dritten Person referirend: »oi pro nuosvo:
noo p:o ,no»o> npo.w — i>oooni> wwrp rnro.io: N'10710 oro-n:po 'NL'0
wo»: mowo novo o»n — pwi bpo wn .—. — »oi> ompo mi>oo n:ro no»o'noo» wp — moo» — o'o->w — 'b, so folgt aus dieser Form, daß Ben-Adretmit Raymund Martin controversirt hat Die Apologetik gegen christliche Pole-miker ist defekt und scheint viel ausgedehnter gewesen zu sein.