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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Geschichte der Juden.

zu allererst in Europa Waffen der Gelehrsamkeit zur Bekämpfungdes Judenthums geschliffen hatte. Raymund Martin, der langein einem Kloster zu Barcelona gelebt hat, schrieb zwei Bücher vollerFeindseligkeit gegen das Judenthum, welche schon durch ihre Titelandeuten, daß gegen dessen Bekenner Pritsche und Schwert angewendetwerden sollten: KaPPzaum für die Juden und Glaubensdolch(vapistrnm ckuäaoorum und pugio üäoi Martin war in derbiblischen und rabbinischen Literatur, die er sicherlich von einem ge-tauften Juden, vielleicht von Pablo Christian!, erlernt hatte, gründlichunterrichtet und war überhaupt der erste Christ, der noch gründlicherals der Kirchenvater Hieronymus das Hebräische verstand. DieSchriften der Agada, Raschi's, Jbn-Esra's, Maimuni's und Kimchi'slas er geläufig und benutzte daraus, was ihm zweckdienlich schien,um nachzuweisen, daß Jesus nicht nur in der Bibel, sondern auch inden rabbinischen Schriften als Messias und Gottessohn angekündigtsei. Natürlich betonte Raymund Martin die Behauptung, daß diejüdischen Gesetze, wenngleich von Gott geoffenbart, nicht für dieEwigkeit gegeben seien und zur Zeit des Messias überhaupt ihreGeltung eiubüßen würden, und zog dafür Scheinbeweise aus dertalmudisch - agadischeu Literatur herauf. Er behauptete auch, dieTalmudisteu hätten den Text der Bibel gefälscht und begründetediese schon früher geltend gemachte Anschuldigung durch einen lächer-lichen Beweis, weil der Talmud zu mehreren Schriftversen einfachbemerkt: ihr Sinn sei anders zu fassen, als der Text aussah, diesersei von den Soferim, Esra's Mitarbeitern, um nicht lästerliche undunanständige Ausdrücke von Gott zu gebrauchen, geflissentlich geändertworden <1ilrüun 8okerim).

Obwohl Raymund Martin'sGlaubensdolch" nicht gar fein undspitz geschliffen war, die Schrift vielmehr so geistlos gehalten ist, daßsie gar nicht verführerisch wirken konnte, so machte sie doch durch diedarin entfaltete Gelehrsamkeit einen großen Eindruck. Durch die bei-gefügte lateinische Uebersetzung der hebräischen Texte wurden Christenzum ersten Male in das Innere der jüdischen Gedankenwelt eingeführt,die für sie bis dahin ein undurchdringliches Gcheimniß war. Kampf-lustige Dominikaner holten sich aus dieser vollgespickten Rüstkammerdie Waffen und führten damit Hiebe, die dem oberflächlich Blickenden

*) ?uMo üäsr verf. im Jahre 1278 vergl. xurs II oax>. 10. Ho. 2; überdie Edition oben S. 124 Die Biographie des Raymund Martin in CarpzovsEinleitung und in Quetiis lliotoris, oickinis k?rLsckios.torarn N I.

") i?uAio III. 3, II.

Das. III. 3, 9.

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