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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Nachmani's Pentateuch - Commentar.

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seine Commentarien zur Bibel und namentlich sein Hauptwerk, dieErklärung zum Pentateuch, aus*). In diese Arbeit legte er seineneigentümlichen Geist, sein warmes und weiches Gemüth, seine HellenGedanken und seine mystischen Träume nieder. Wie Unzählige vorihm und nach ihm fand er nämlich seine Weltanschauung in diesemBuche der Bücher wieder und erläuterte es von diesem Gesichtspunkteaus. Nachmani's Pentateuch-Commentar unterscheidet sich aber wesent-lich von allen vorangegangenen Arbeiten derselben Gattung. Ihmwar es nicht um Einzelnes, um Wort- und Sacherklärung zu thun;Grammatik und schlichte Erklärung, für andere ein Hauptzweck, warenfür ihn nur Nebendinge, nur Mittel für eine höhere Auffassungsweise.Ihm kam es lediglich auf das große Ganze, auf einheitlichen Zu-sammenhang an. Jedem Buche des Pentateuchs schickte er eine kurze,zusammenfassende Inhaltsangabe voraus, damit der Leser seine Auf-merksamkeit stets auf das Ganze richten und sich nicht in Einzeln-heiten verlieren sollte. Er setzte sich in seinem Commentar zur Auf-gabe, die überschwängliche Weisheit des Judenthums, wie er sie sichdachte, in jedem Satze und Worte, ja in jeder Silbe nachzuweisen.Nachmani wollte dem schlichten Wortsinn einer nüchternen Exegesekeinen Abbruch thun und doch damit die talmudische Gesetzesauslegung,seine eigene und eigeuthümliche Offeubarungstheorie und noch dazukabbalistische Wunderlichkeiten in Einklang bringen. Seine Ueberzeugungwar, daß der heilige Text zugleich Aeußerliches und Innerliches, Ein-faches und Höheres, allgemein Verständliches und Mystisches wieder-spiegele. Beides sei wahr, und man dürfe nicht das Eine vor demAndern verdrängen wollen. Nachmani wollte Unmögliches leisten.

Das Kapitel von der Schöpfungsgeschichte war namentlich fürihn eine Fundgrube alles menschlichen und göttlichen Wissens, ober-flächlich ein schöner Wasserspiegel, auf dessen Grunde das Kerngoldeiner unerforschlichen Weisheit ruhe, wogegen die stolze Philosophiewie ein nichtssagender Gemeinplatz erscheine.In der Genesis habeGott seinem Propheten Mose die neunundvierzig Pforten des Wissenserschlossen, von der Natur der Metalle und der Pflanzenwelt an biszur Sphäre des Seelenlebens, der Dämonen und Engel, und nur diePforte der Erkenntniß von der Gotteswesenheit selbst blieb ihm ver-schlossen." Alle diese Kenntnisse von der Mannigfaltigkeit des Welt-alls seien in der Thora enthalten, entweder deutlich oder angedeutet inWorten, Zahlen, Figuren und Krönchen der Buchstaben"). Die Thora

') Pentateuch-Commentar Einleitung und zur Genesis 35, 16. Vergl.Perles a. a. O.

2) Das. Einleitung zur Genesis.

Graetz, Geschichte der Juden. VII.

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