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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Die Disputation in Barcelona.

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Würde: auch er kenne die Regeln des Anstandes. Die Disputationzwischen Nachmani und Pablo Christiani veranschaulicht, wenn mansie mit der zwischen R. Jechiel und Nikolaus Donin (o. S. 96)vergleicht, den bedeutenden Vorsprung, den die spanischen Judenvor ihren nordfranzösischen Brüdern hatten. Der Rabbiner vonParis und der Dominikaner Donin kämpften wie zwei rohe Boxer,die mit derben Faustschlägen, von Schimpfworten begleitet, aufeinander losgehen; der Rabbiner von Gerona und der DominikanerPablo dagegen traten wie zwei feingebildete Edelleute auf, welcheihre Hiebe mit Höflichkeit unter der Beobachtung der feinen Sitteaustheilten.

Vier Tage dauerte diese Disputation von Barcelona (vom20. Juli an*) im Palaste des Königs und im Beisein des ganzen

Hofes, vieler hoher Geistlichen, Ritter und Männer des Volkes.Auch viele Juden mußten als Zuhörer erscheinen. Nachmani stecktegleich von vorn herein das Feld des Streites genau ab. Die Diffe-renzpunkte zwischen Judenthum und Christenthum seien so zahlreich,meinte er, daß es gerathen sei, lediglich die wesentlichsten ins Augezu fassen. Es sei nun zuerst zu erörtern, ob der Messias bereits

erschienen sei oder nicht; dann ob der Messias nach der biblischenProphezeihuug als Gott oder als ein von Eltern geborener Mensch

zu betrachten sei, und endlich ob die Juden oder die Christen den

rechten Glauben hätten. Mit diesem Vorschlag zeigten sich der Königund sämmtliche Betheiligten einverstanden. Eigenthümlich ist es, daß,während Nikolaus Donin den Talmud auklagte: er enthalte

Schmähungen auf Jesus und die Christen, Pablo Christiani das Ent-gegengesetzte behauptete: der Talmud erkenne Jesu Messianität an, wasfür Nachmani sehr leicht zu widerlegen war. Pablo's Hauptbeweisberuhte auf agadischen (allegorisch-homiletischen) Stellen, die Nachmanivon vorn herein dadurch erschütterte, daß er geradezu erklärte, erglaube an diese und andere Agadas nicht. Der Dominikaner legtenun dem Rabbiner ein solches Geständniß als Ketzerei aus, als wollte

*) Das Jahresdatum giebt Nachmani in der Schrift genau an: 1195 seitder Tempelzerstörung 1263 lx. 8 a.). Das Tages-Datum giebt eine Quellein Quetifs und Ekhards sorixtorss oräinis Vrasciioatoruin I. x. 216: bmu-äs-tur solsinnis, guarn xrasssnts rsZs, »stantibus vrris ornniurn oräinurnsapisntissunus babuit (?aulus Lbristianus) euin Noz^ss ClsrunäsnsiLareions äisputatio XX. llulii 1263. Freilich bleibt es unbestimmt, ob hiervom ersten oder letzten Tage der Disputation die Rede ist. Vergl. Denifle,Quellen zur Disputation Pablos Christiani mit Moses Nachmani zu Barcelona1263, im historisch. Jahrbuch der Görres-Gesellschaft 1887 und dazu Loeb inder Lsvus ci. L. ll. XV. S. 1 sf.