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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Alfonso's Judengesetze.

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Alfonso's Judengesetze hatten zwar für den Augenblick keinepraktische Bedeutung; denn sein Codex erlangte erst viel später Gesetzes-kraft, indem die Städte und Cortes an ihren Localgewohnheiten mitvieler Zähigkeit festhielteu. Alfonso selbst übertrat die von ihm auf-gestellten Judengesetze, indem er Juden Aemter anvertraute. Alleinnichtsdestoweniger war seine siebentheilige Gesetzsammlung von dertraurigsten Wirkung für die spanischen Juden, indem sie dieselben mitdem kirchlich kanonischen Maßstabe maß und dazu beitrug, derenParadies in eine Hölle zu verwandeln. Die alfonsischen Gesetze sindnoch heute in dem spanischen Amerika zu Recht bestehend, währendseine astronomischen Tafeln vergessen sind.

Das Königreich Aragonien behandelte seine Juden noch vielschlimmer. Zwei Einflüsse machten sich hier geltend, um ihre Stellungzu verschlimmern. Der lange regierende König Zahme (Jakob I.)hatte Besitzungen in Südfrankreich und kam mit dem bigotten KönigLudwig dem Heiligen und dessen Räthen öfter zusammen. Von diesenentlehnte er die Theorie zur Behandlung der Juden. Auch er erklärtesie mit allen ihren Gütern als Eigenthum des Königs, gewissermaßenals seine Kammerknechte. Es sei daher keinem Juden gestattet, sichin den Schutz eines Edelmanns zu begeben. Diese Anschauung hattezwar auch ihre gute Seite, indem die Juden dadurch der Gerichts-barkeit der Geistlichen entzogen wurden. Auch bemerkte ein vonJayme erlassenes Gesetz ausdrücklich, daß die Juden keineswegs alsGefangene oder Knechte zu behandeln seien'). Allein sie waren darumnicht minder der Willkür des jedesmaligen Herrschers preisgegeben,die von keinem Gesetz oder Herkommen beschränkt war. Der anderenachtheilige Einfluß kam von Seiten der Kirche und von ihren blindenEiferern. Der Dominikanergeneral Raymund von Penjaforte,der Sammler der päpstlichen Dekretalen, dessen ganzes Denken dahinging, die Macht des Papstthums und der unfehlbaren Kirche über dieder weltlichen Herrscher zu erheben, der Vorläufer der Vicente Ferrer,der Capistrano und der Torquemada, dieser finstere Mönch warBeichtvater des Königs Jayme. Der König von Aragonien hatteviel geliebt und viel gesündigt, brauchte daher stets seinen Beicht-vater und war von ihm abhängig, und wenn er ihm auch nicht immerzu Willen handelte, in Betreff der Juden und Mohammedaner machteer ihm gern Zugeständnisse. Penjaforte's Augenmerk war stets dahin ge-richtet, Juden und Mohammedaner zu bekehren. In den von Domini-

') Bergt. Die Quellen darüber in Ersch und Grubers Encyklopädie T. 27.S. 211 Note 95 ff.