Druckschrift 
7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
Entstehung
Seite
117
Einzelbild herunterladen
 

Alfonso X. von Spanien.

117

günstig, als man auf den ersten Blick erwarten sollte. Denn auch erwar nicht von Vorurtheilen der Zeit gegen sie frei; der Geist desJudenhasses, von Jnnocenz III. angeregt, hatte auch ihn befangengemacht, wie den Kaiser Friedrich II., als dessen Nachfolger ihn einePartei in Deutschland erwählt hatte. Alfonso hat auch den Ehren-titelder Weise" nur in eingeschränktem Sinne verdient, denn erhandelte in politischen Geschäften sehr unweise und war in kirchlicherBeziehung lange nicht so aufgeklärt wie Friedrich II. Alfonso warvielmehr ein Romantiker, der sich in den Thatsachen seiner Zeit nichtzurecht finden konnte, chimärischen Phantasien nachjagte und sich eineeigene Welt in Gedanken anfbaute, die zu verwirklichen ihm die Kraftfehlte. Der weise Alfonso war eigentlich ein Träumer und einSchwächling, der nebelhafte Bestrebungen hatte, aber keinen festenWillen. Als ihn eine herrschsüchtige Partei unter den deutschenFürsten zum deutschen Kaiser erwählt hatte, vernachlässigte er dieheimischen Angelegenheiten, ohne jedoch die Thatkraft zu besitzen, vonDeutschland Besitz zu nehmen. Er begnügte sich, kleine Jntrignenmit den Geistlichen und den Päpsten spielen zu fassen, um zum Zielezu gelangen, und wurde natürlich von diesen Klügeren überlistet undam Gängelbande geführt. Dem Klerus zu Liebe oder auch ausbigottem Sinn beschränkte er die Juden auf dem Wege der Gesetz-gebung vielfach und wies sie in eine niedrige Stellung. Wenn esauch zweifelhaft ist, ob die westgothische Gesetzsammlung (l?orumüuäieum, tusro jueZo) von ihm oder seinem Vater in's Castilianischeübersetzt wurde eine Sammlung, in welche die zwei Titel dergegen die Juden gehässigsten Gesetze, welche die Könige von Rec-cared bis Egica erlassen hatten, mit ausgenommen wurden und ausder die Spanier ihren unvertilgbaren Judenhaß gesogen habenwenn seine Schuld daran auch zweifelhaft ist, so ist es doch gewiß,daß Alfonso in einer von ihm selbst ausgegangenen Gesetzgebung dieInden zu erniedrigen trachtete.

Er hat nämlich einen weitläufigen Codex für sämmtliche Völkerseines Reiches in sieben großen Gruppen in castilianischer Spracheangelegt (12571266'), worin auch von den Juden gehandelt wird,ja, ein ganzer Titel in dieser Gesetzgebung beschäftigt sich mit ihnenEs heißt darin:Obwohl die Inden Christus verleugnen, werden siein allen christlichen Ländern nur deswegen geduldet, damit sie Allenin Erinnerung rufen, daß sie von demjenigen Stamm sind, der Jesus

bll Lstsunilo oder las sists xs-rtickas.

°) Im siebenten Theil, Titel 24: äs los cknäios