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Geschichte der Juden.
Sternkunde und für die Männer, welche im Besitze solcher Kenntnissewaren, schmückte die Sage so einleuchtend aus, daß sie in der Ge-schichte als eine unstreitbare Thatsache austrat. Es wurde erzählt^),der König habe einen astronomischen Congreß zusammenberufeu, derfünf Jahre hintereinander getagt habe. Mehr als fünfzig Astronomen,Christen, Juden und Mohammedaner, wären Mitglieder desselben ge-wesen, wobei auch Jehuda Kohen und Samuel Halevi namhaft ge-macht werden. Unter dem Vorsitz des Königs oder eines Stell-vertreters in seiner Abwesenheit wären ans diesem Cougresse dieschwierigsten astronomischen Probleme verhandelt und zum Abschlüssegebracht worden. Der König sei mit den Arbeiten seiner Astronomenso sehr zufrieden gewesen, daß er sie und ihre Nachkommen von allenStaatsabgaben befreit hätte. Diese ganze Erzählung beruht auf einerErfindung, die ein Unwissender, der etwas von arabischen und jüdischenAstronomen und von der Vorliebe Alfonso's für diese Wissenschaftverlauten gehört, sich zurecht gelegt hat. Alfonso soll auch in demBestreben, die spanische Sprache, welche durch ihr Gemisch vonromanischen und arabischen Elementen einen kauderwelschen Charakterhatte, zu reinigen und zu veredeln, unter anderen Uebersetzungen auchdas alte Testament von Juden aus der Ursprache in's Castilianischehaben übertragen lassen. Indessen entbehrt diese Nachricht jederthatsächlichen Begründung^). Die Anstellung von Juden bei Hof-ümtern unter Alfonso war natürlich den Vertretern der Kirche in derSeele zuwider, und der Papst Nikolaus III. stellte ihn in einem langen,von Selbstsucht und Anmaßung zeugenden Sündenregister darüber zuRede, daß viele Uebel dadurch erwachsen, wenn Juden vielfach Christenvorgezogen werden^.
Indessen so sehr auch Alfonso gebildete und tüchtige Juden anseinen Hof zog und ihre Talente so zu sagen ansbeutete, so war dieLage der Juden Castiliens unter seiner Regierung keineswegs so
*) Higueras hat diese Nachricht zuerst mitgetheilt und will sie im Prologezu den alfonsinischen Tafeln gefunden haben. Sie ist in verschiedenen Schriftenin sxtsuso mitgetheilt. Auch Alexander von Humboldt hat diesen astronomischenCongreß als ein Factum behandelt. Die Ungeschichtlichkeit desselben ist gründlich,wenn auch verworren, nachgewiesen in Lehmanns Litteratur des AuslandesJahrg 1848 S. 226 f. und 230 fg.
2) Ibs-bss äs 8sMvia>, Narguls äs Llouäsjar m.sraoria.8 bistorioas äslrs^ Don ^.Itonso sl sa-bio p. 4SI. vergl. dagegen lllMnor Histor^ c>k tllssxa-uisb Illtsraturs Neu-Dorker erste Ausgabe I. x 45 Note.
Uarouius (L,s.^ualäus) ^.nnulss ssslss. nä au. 1279 Nr. 26: Itsvallnäusos Obristismos pruspouit (^Itonsus rsx) mulliplioitsr, unäs urulta,irmls. xrovsuiuut.