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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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ganze Gemeinden eingekerkert nnd erst um hohes Lösegekd losgelassen ^).Das Alles war nicht neu. Originell ist aber, daß dieser König einjüdisches Parlament zusammen berief. Er erließ nämlich ansämmtliche englische Gemeinden einen Befehl, daß von jeder größerenje sechs angesehene Gemeindeglieder und von jeder kleineren je zweisich Sonntag vor den Fasten in Worcester vor dem Könige einzu-finden hätten. Das jüdische Parlament von Worcester zählte überhundert Deputirte. Der König hatte in seiner Botschaft an dasselbeangegeben, daß sie zu ihrem und seinem Nutzen Berathungen pflegensollten. Aber die Juden haben sich wohl schwerlich der Täuschungüberlassen, daß er ihnen Freiheiten einräumen werde. Heinrich Pflegtesein Landesparlament nur zusammenzuberufen, wenn er in gar zuarger Geldverlegenheit war. Auch dem jüdischen Parlamente ließ ereröffnen, daß sie große Summen für ihn aufbringen sollten. Wassollten die Juden dagegen einwenden? Das Parlament wählteschließlich Vertrauensmänner, welche die Summen auf die Gemeindenvertheilen und sie einziehen sollten. Die Sammler wurden verant-wortlich gemacht und mit Kerkerstrafe für ihre Personen, für ihreWeiber und Kinder bedroht, die aufgelegte Summe einzutreiben ^).Als Heinrich die Inden genug ausgesogen hatte, und sein Scham-gefühl ihn hinderte, ihnen wieder Gelder zu erpressen, so verpfändeteer sie seinem Bruder Richard, der noch weniger Rücksicht kannte^).

Dazu kam noch die Geistlichkeit mit ihren kanonischen Schin-dereien. Sie setzte es beim König, der ihr Spielball war, durch, daßdie Juden kein neues Bethaus erbauen, in ihren Synagogen nichtlaut beten, ganz besonders das Jndenzeichen an ihren Kleidern tragensollten und Anderes mehr. Das Leben wurde ihnen durch diesegedoppelte weltliche und geistliche Tyrannei so unerträglich, daß ihrOberrabbiner niit andern Collegen im Namen der Gemeinden zwei-mal erklärten, sie könnten den ihnen stets zugemutheten Leistungen nichtgenügen, der König möge daher ihnen gestatten ausznwandern ^). Wietraurig auch für sie die Auswanderung aus ihrem Geburtslande, vonHaus und Hof sei, so zögen sie dies doch dem elenden Zustande vor,in dem sie sich befänden. Es half ihnen nichts. Die Juden mußtenwider ihren Willen in England bleiben, mußten den letzten Pfennighergeben und mußten wuchern, um den stets ausgesogenen Schwamm

r) Tovey x. 98, 108, 127 ff.

-) Das. x. 110 f. Urkunde vom Jahre 1241.

b) Das. x. 137, 145, 1b7. >) Das. x. 148 vom Jahre 1253.

b) Matthäus Paris Uistoria vasgor amanr 1254 x. 887 und s,ä unnnva