Die Juden in England.
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die ohne Erben starben, Sorge tragen. Wollte sich der Oberrabbinernicht mit Geldangelegenheiten befassen, so durfte er einen bevollmäch-tigten Stellvertreter ernennen st. Er hatte endlich die Befugniß, denBann über solche Gemeindeglieder auszusprechen, welche sich seinenAnordnungen nicht fügen oder ihre Beiträge zu den Gemeindelastennicht leisten mochten st. — Der Unduldsamkeit der Geistlichen steuerteHeinrich III. anfangs nachdrücklich. Als der Erzbischof von Canter-bury einst, um den Umgang der Christen und Inden zu verhindern,ein Dekret erließ, bei Androhung des Kirchenbanns den Juden keiner-lei Speise zu verkaufen, ließ der König das Interdikt aufheben st. Alsdie französischen Juden von den angesammelten Kreuzfahrern geplündertund niedergemetzelt wurden, sorgte er dafür, daß sich dieser Fanatis-mus nicht über sein Gebiet verbreitest.
Indessen dauerte diese rücksichtsvolle Behandlung der Juden nichtlange. Heinrichs III. sorgloser Leichtsinn, Verschwendung und Hin-gebung an Freunde, die ihn aussogen, namentlich an die zur Aus-beutung des reichen Landes vom Papste gesandten Legaten und Säckel-träger wirkten auf England ebenso verderblich wie eine anhaltendePlage und erzeugten Aufregung und Bürgerkriege. Auf einer Seitemachte sich bei ihm das Bedürfniß nach Geld, nach recht viel Geldgeltend, und auf der andern Seite stieg der Einfluß der Geistlichkeitauf den Staat immer mehr. Heinrich legte, um seine stets geleerteKasse wieder zu füllen, den Juden auf, daß jeder derselben, selbst vondem neugeborenen Kinde, einen Leibzoll zu zahlen habe"). Vonjeder Schuld, die zwischen Juden und Christen contrahirt wurde,mußte ein Theil an den königlichen Schatz abgeliefert werden. DieSchuldverschreibungen an Juden wurden daher mit argwöhnischerUeberwachuug controlirt, damit der König nicht um Summen geprelltwerde. Sie mußten mit mehreren Zeugen versehen sein und Ab-schriften davon in das städtische Archiv niedergelegt werden st. — Aberdie regelmäßigen Judensteuern genügten dem tief verschuldeten undverschwenderischen König lange nicht. Den Gemeinden wurden daherbald unter dieser, bald unter jener Form bedeutende Summen erpreßt.Für Gelegenheit sorgte die Geistlichkeit. Bald wurde ihnen angedichtet,daß sie getaufte Juden bei Seite gebracht, bald daß sie Christenknabenbeschnitten hätten. Auf solche Anklage hin wurden Einzelne oder
st Tovey das. x. 55. st Das. p. 117.
st Das. x. 81. st S. oben S. 92.
st Tovey x. 148.
st Viele Urkunden bei L^msr losäsra, unter Heinrich III. und bei Tovey.