Die Tossafistenschule in Frankreich
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der Talmudächtung (1242—59 ') eine neue Tossafot-Sammlung (diezum Theil in die gangbare Sammlung aufgenommen wurde), obwohler kein Talmudexemplar besaß ^), weil cs ihm die Häscher der Domini-kaner genommen hatten, und er sich auf sein Gedächtniß verlassenmußte. Noch hatte R' Jechiel von Paris in seinem Lehrhausedreihundert Talmudjünger ^>, denen er, wahrscheinlich aus dem Ge-dächtnisse, Vorträge hielt, —- Indessen konnte diese Thätigkeit nichtallzulange fortgesetzt werden, es waren der Hindernisse zu viele. Diefranzösischen Gemeinden waren durch die häufigen Gelderpressungenund Güterconfiscationen verarmt. Während sonst von Frankreich ausGelder zur Unterstützung der asiatischen Juden gespendet worden waren,sah sich R' Jechiel genöthigt, einen Sendboten nach Palästina und denNachbarländern anszusenden, um Gelder zur Unterhaltung seinesLehrhauses sammeln zu lassen^). R' Jechiel selbst sah sich auch ge-zwungen, sein Geburtsland zu verlassen und nach Palästina (Jeand'Acre) ausznwandern (nach 1259 °). Er war einer der letzten Ver-treter der französischen Tossafisten. Diese Schule, welche so vielScharfsinn und kritischen Geist entwickelt hatte, ging indeß doch all-mälig ihrem Verfalle entgegen. Es war der Kirche gelungen, dentalmndischen Geist in Frankreich, wo er seine Hauptstätte hatte, zuersticken. Die letzten Ausläufer der Tossafistenschule in Frankreichwaren nur noch Sammler, um die Ergebnisse der vorangegangenenLeistungen unter Dach und Fach zu bringen. Von der Thatsachedurchdrungen, daß das Talmudstudium abnahm, und die Rabbinenselbst nicht recht Bescheid wußten, verfaßte Isaak b. Joseph ausCorbeil, Jünger und Schwiegersohn des R' Jechiel aus Paris,ein knrzgefaßtes Handbuch für solche religiöse Pflichten, welche nochin der Zerstreuung praktische Geltung haben (Awuäs 6ola 8swalr°).
') Vergl. über denselben Zunz zur Geschichte S. 37. Die von ihm ver-faßten Tossafot zu Aboda Sara 9 b. siud geschrieben nach 5012 — 1252 undvor dem nächsten Erlaßjahre 1259.
2) Nssx>p Me'ir von Rothenburg Nr. 250, welches die Ueberschrift desSamuel von Falaise trägt, sagt im Eingang: p'rvn norm . . . mv wL'ni mn bmU'-oa xni npb ivvr 120 m u i>v 11 ' .nivz
2 ) Og,rmol^ Itiusis-irss p. 183. Das.
°) LsrnaA Gebote Nr. 184, Daß er auch in Griechenland gewesen sei, be-ruht auf dem Mißverständniß einer Stelle in Äschert äsbarnob IV. Nr. 6: i-ip'.n b"! I'v °>2 r>ov -w bum' '1 es muß emendirt werden: nbxr'w pinn iminL'w. Vergl. Oarrnol^ I-a Vra-nss Israslibs 96 st.
") Abgekürzt von 12,0 rvrv i»v, verfaßt 1277, nach äs Rossi Codex Nr. 803und Andern. Isaak aus Corbeil starb 1280 das. vergl. Os-rraol^ 1a, UranosS. 39 ff.