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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Der Talmud abermals verdammt.

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noch einmal prüfen lassen, und in so weit es ohne Verletzungder christlichen Religion geschehen könnte, sie dulden und den Eigen-thümern zurückgebeu. Odo setzte in Folge dessen neuerdings eineCommission zusammen, bestehend aus mehr als vierzig Censoren,darunter auch der Dominikaner Albertus der Große, welcher derjüdischen Wissenschaft so viel zu verdanken hatte. Nicht nur durchdie Uebersetzung arabisch-philosophischer Schriften, sondern auch durcheigene Arbeiten hatten ihn jüdische Deuker in den Stand gesetzt, derchristlich-scholastischen Philosophie eine neue Bahn zu eröffnen. IsaakIsraeli, Gebirol (Avicebron) und namentlich Maimuni^), hatten ihmdie Augen geöffnet, so weit natürlich die Binde seines blinden Kirchen-glaubens sie ihm nicht beschattete. Dennoch waren dem DominikanerAlbert die Juden und der Talmud in tiefster Seele verhaßt. Esversteht sich von selbst, daß die hochwürdigen Mitglieder der Prüfungs-commission, Albert der Große mit eingeschlossen, vom Talmud auchnicht ein Jota verstanden. Nichtsdestoweniger verdammten sie ihnals ein Buch, das voller Jrrthümer, Unglauben, Lästerlichkeit undAlbernheit sei. Der Kanzler Odo zeigte darauf Jnnocenz das Er-gebniß der Prüfung an, erinnerte ihn an die Vorgänge unterGregor IX., der sich so eifrig für die Verurtheilung des Talmudinteressirt hätte, gab ihm leise zu verstehen, daß er, der Papst, sich habevon den Juden verstricken lassen, und erließ als Kardinal-Legat einDekret, den Talmud keineswegs zu dulden und die confiscirtenExemplare den Eigenthümern nicht zurückzuerstatten (Mai 1248^).Ohne Zweifel wurde zur selben Zeit wieder ein Scheiterhaufen für denTalmud angezündet.

Ueberhaupt hatten die französischen Juden während Ludwigs IX.Regierung einen schweren Stand. Sein schwacher Geist ließ sich zuallen fanatischen Feindseligkeiten gegen Juden und Judenthum ge-brauchen. Er war in diesem Punkte buchstäblich noch päpstlicher alsder Papst. Am meisten empört war er über den Wucherzins, denmanche reiche Juden nahmen, nicht etwa weil die Bevölkerung da-gegen war, oder dabei Schaden erlitt, sondern weil die Kirche dieZinsnahme theoretisch verdammte, obwohl sie thatsächlich nicht seltenWucherer privilegirte. Als Ludwig den abenteuerlichen Einfall hatte,einen neuen Kreuzzug zu unternehmen, ließ er die Güter einiger

*) Daß Albertus Magnus die Schriften jüdischer Philosophen, namentlichMaimuni's unter dem Namen Lapp lllo^sss Xsg^ptäus benutzt hat, istgegenwärtig eine anerkannte Thatsache. Vergl. o. S. 53 Anm. 3.

2) Ausführlich bei Hustäk und lüllkarä sorixtorss oräinis xrasäioa-tornin T. I. x. 122 ff. und 186 ff.