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Geschichte der Juden.
an die Kirchenfürsten von Frankreich und Deutschland eine Bulle,worin zuallererst officiell die wiederholten unsinnigen und teuf-lischen Anschuldigungen gegen die Juden widerlegt werden. „EinigeGeistliche und Fürsten. Edle und Mächtige eurer Länder erdenken,um das Vermögen der Inden ungerechterweise an sich zu reißen undsich anzueignen, gegen sie gottlose Rathschläge und erfinden Anlässe... .
Sie dichten ihnen fälschlich an, als wenn sie zur Passahzeit das Herzeines ermordeten Knaben unter einander theilten. Die Christenglauben, daß das Gesetz der Inden ihnen solches vorschreibe, während ,im Gesetze das Gegentheil offen liegt. Ja, sie werfen den Judenboshafter Weise einen irgendwo gefundenen Leichnam zu. Und aufGrund solcher und anderer Erdichtungen wüthen sie gegen dieselbenberauben sie ihrer Güter, ohne förmliche Anklage, ohne Geständniß.ohne Ueberführung. Im Widerspruch mit den ihnen vom aposto-lischen Stuhl gnädig gewährten Privilegien, gegen Gott und seineGerechtigkeit, bedrücken sie durch Nahrungsentziehung, Kerkerhaft,andere Quälereien und Drangsale die Inden, legen ihnen allerhandStrafen auf und verdammen sie zuweilen sogar zum Tode, so daßdie Juden, obgleich unter christlichen Fürsten lebend, noch schlimmerdaran sind als ihre Vorfahren in Egypten unter den Pharaonen. Siewerden gezwungen, das Land im Elend zu verlassen, in welchem ihreVorfahren seit Menschengedenken wohnten. Da wir sie nicht gequältwissen wollen, so befehlen wir, daß ihr euch ihnen freundlich undgünstig zeiget. Wo ihr ungerechte Angriffe gegen sie wahrnehmet, sostellet sie ab und gebt nicht zu. daß sie in Zukunft durch solche undähnliche Bedrückungen heimgesncht werden. Die Bedrücker der Judensollen mit dem Kirchenbann belegt werden." Mit einer so ent-schiedenen Vernrtheilung der Blutanklage gegen die Juden, sollte manmeinen, hätte der Wahnglauben ein für allemal abgelhan sein sollen.
Aber das Papstthum hatte bereits den Judenhaß so fest in die Herzeneingeimpft, daß ein milder Ausspruch von Seiten des einen oder desandern Papstes wie ein Hauch in die Winde verflog.
Die günstige Stimmung des Papstes Jnnocenz gegen die Judenwollten die französischen Juden benutzen, um auch die Inquisitiongegen den Talmud aufheben und die ihnen entrissenen Exemplaresich zurückerstatten zu lassen. Sie machten in einem Gesuche an denPapst wiederum dabei geltend, daß sie ohne den Talmud die Bibelnicht auslegen und ihre Religionsgesetze nicht ausüben könnten.Jnnocenz ging, im Widerspruch mit seinem früheren Verhalten, auchans dieses Gesuch ein und schrieb an den Kanzler und Kardinal-Legaten Odo von Paris vorsichtig: Er möge die talmudischen Schriften