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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Geschichte der Juden.

bekannt. Dieser Arzt bietet ein lehrreiches Beispiel von dem Lern-eifer der Juden. In der Jugend lediglich zum Talmudstudium an-gehalten, gab er es später auf, um Handelsgeschäfte zu betreiben,machte zu diesem Zwecke weite, überseeische Reisen und gelangte biszu dem letzten Rest des ehemals christlichen Königreiches von Jerusalem,bis nach Jean d'Acre (Akko). Hier machte ihm ein Glaubensgenosse,der sich mit Mathematik beschäftigte, Vorwürfe darüber, daß er dieWissenschaft dem Broderwerb nachsetzte. Schemtob Tortosi, obwohlbereits ein Dreißiger, änderte in Folge dessen seinen Lebensplan, eiltevon Akko nach Barcelona, machte das Studium zum Hauptgeschäftund den Broderwerb zur Nebensache, erlernte die Medicin und brachtecs dahin, daß er die Schriften der besten arabischen Mediciner, Raziund Zaharawi, übertragen und über Arzneikunde überhaupt Vor-träge halten konnte. Diese und mehrere andere jüdische Aerzte solltennun in Folge des Concilbeschlnsses von Beziers aus dem Tempelder Heilkunde gewiesen werden, zu dem sie in der Christenheit fastallein den Schlüssel hatten!

Indessen, wenn die Kirche auch die Seelen der Gläubigen ge-fangen und umnebelt hielt, deren Leib blieb stets ein Rebell gegensie und ihre Satzungen. Dieses kanonische Gesetz konnte daher langenicht Platz'greifen. In der Krankheit suchte auch der bigotteste Christden geschickten jüdischen Arzt auf. Als der Bruder des fanatischenKönigs Ludwig IX., unter dessen Schirm die judenfeindliche Kirchen-versammlung zu Beziers und Alby getagt hatte, Namens Alfonso,Graf von Poitou und Toulouse, an einem Augenübel litt, mußte erdie Hilfe eines geschickten jüdischen Augenarztes, Abraham vonAragonien, fast erbetteln. Der Herr von Lünel mußte sich vieleMühe geben und seinen jüdischen Hofagenten in's Mittel ziehen, umnur von dem reichen und unabhängigen jüdischen Arzte das Ver-sprechen zu erhalten, daß er den französischen Prinzen behandelnwerde *). In Montpellier, wo eine berühmte medicinische Hochschulebestand, wurden jüdische Aerzte noch lange zur Prüfung, Praxis undsogar zur Lehrkanzel zugelassen

Die seit einem Jahrzehnt so häufig vorgekommenen Juden-metzeleien in Deutschland und Frankreich, meistens unter dem nichtigenVorwände des Christenkindermordes, bewog die deutschen und fran-zösischen Gemeinden, sich an den Papst Jnnocenz IV. um Schutz zuwenden und ihm auseinander zu setzen, wie alle Anschuldigungen

>) Vaisstts, bistoirs äs I^auAnsäoo lll. IV. prsuvss p. 499, dlo. 302.

2 - äs I^anrisrs, oräormness äs^ rois äs IVs-uos N. II. x>. 47.