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Geschichte der Juden.
nach der Frankfurter Metzelei wurden mehrere Juden in Kitzingeu(Baiern) zuerst gefoltert und dann hingerichtet, aus unbekannterVeranlassung — wahrscheinlich wegen einer Anklage des Blut-gebrauches beim Passahmahle — darunter manche vom schwachenGeschlechte (1243, 17. Tammus — 5. Augusts). Die Leichname derMärtyrer blieben vierzehn Tage auf's Rad geflochten, und erst nachVerlauf dieser Zeit durften sie in Würzburg bestattet werden. — EinJahr darauf wurden mehrere Juden von Pforzheim dahin gebracht,sich selbst zu entleiben (20. Tammus 1244 — 28. Juni^). Auch siewurden nach dem Tode auf's Rad geflochten.
Trotz aller dieser grausigen Verfolgungen ließen die deutschenRabbinen den Muth nicht sinken, ihren Pflichten obzuliegen undheilsame Verordnungen zu erlassen. Die von Speier, Mainz undWorms, David b. Schaltiel und seine zwei Genossen, ferner Isaakb. Abraham und Joseph b. Mose Kohen, ein Vorsänger, tratenzu einer Synode (in einer der drei Städte) zusammen (um 1245),erneuerten ältere Bestimmungen aus der Zeit des R'Gerschom, R'Tamund der Mainzer Synode vor zwanzig Jahren, und fügten neue hinzu:daß weder der Rabbiner ohne Zustimmung der Gemeinde, noch dieseohne jenen befugt sei, einen Baun über Jemanden auszusprechen.Selbst wenn mehrere auswärtige Rabbinen einem Stadtrabbinen zueinem Banne zustimmen sollten, habe dieser keine Gültigkeit, so langedie Gemeinde nicht damit einverstanden sei^. Welch ein tiefer Ab-stand zwischen der Synagoge und der Kirche! Hier galt die Gemeindegar nichts, sie war nur gehorsame Sklavin des Geistlichen, dort warsie mit dem geistlichen Führer gleichberechtigt.
Als hätten die Vertreter der Kirche den Juden noch nicht genuggenommen, gingen sie darauf aus, ihnen noch die letzte einflußreicheStellung in der christlichen Gesellschaft zu entreißen. Die Arzneikundewurde meistens von Juden ausgeübt, fast jeder Fürst und Großehatte seinen jüdischen Leibarzt, der mehr oder weniger Einfluß aufdas Gemüth desjenigen hatte, dessen Leib seiner Behandlung an-vertraut war. Darum mochten eben die Vertreter der Kirche, welcheselten sanft wie die Tauben, aber oft klug wie die Schlangen waren,diesen Einfluß der Juden auf die Machthaber nicht dulden. Die
H Mainzer Memorbuch, H Das.
°) In Rssxx. R'Me'i'r von Rothenburg gegen Ende und Mose MenzNr. 102, p. 153 d. heißt es nach der Unterschrift der Synode von 1220
(richtiger >223 o. S. 21) - vin niv -oinn 's ii>'n nopn Min i-inm
°>npn oin wL'. Dann folgen die Unterschriften: vn) oniox p pnr'
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