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Geschichte der Juden.
slavischen Grenzen wälzten, Breslau verbrannten und in das HerzDeutschlands einzudringen Miene machten, klagte man die Inden an,daß sie diesen Feinden der Christenheit heimlich Unterstützung ge-währten. Statt Anklagen gegen den Kaiser Friedrich II. und denPapst zu erheben, welche wegen ihres hartnäckigen Haders das Vor-dringen der wilden Eroberer mit ansahen, schleuderte der Volkswahnans Nichts gegründete Anschuldigungen gegen die Inden Deutschlands.Es waren allerdings auch jüdische Krieger unter den Mongolen, dieunabhängigen Stämme vom Lande Chorasan, oder, wie die Sageging, Reste der Zehnstämme, welche in den kaspischen Gebirgen ein-geschlossen waren. Möglich auch, daß einige tatarische und kumanischeStämme sich zum Jndenthum bekannt hatten. Wußten die deutschenJuden von ihren Stammesgenossen unter den mongolischen Horden?Standen sie gar mit ihnen in heimlichem Einverständniß? InDeutschland hieß es: die Juden hätten den Mongolen, unter demVorwände ihnen vergiftete Speisen zu liefern, Waffen aller Art inverschlossenen Fässern znstellen wollen. Ein strenger Grenzwächter,der daraus bestanden, die Fässer zu öffnen, habe den Verrath entdeckt.Darauf hin sind viele Juden in Deutschland zur strengen Strafe ge-zogen worden i).
In Frankfurt am Main, das unter allen rheinischen Städten amspätesten eine jüdische Gemeinde erhielt — wohl erst gegen Endedes zwölften Jahrhunderts, als sich die von Philipp August Aus-gewiesenen nach einer neuen Heimath umsahen — brach ein Streitzwischen Juden und Christen aus, weil ein unmündiger jüdischer Knabezum Christenthnm übergehen und die Eltern desselben es verhindernwollten (24. Mai 1241 ff. Es kam in Folge dessen zum Hand-gemenge zwischen den jüdischen und christlichen Bewohnern der Stadt,
ff Matthäus Parts llistoris, nasgor aä smrmna 1241; Bd. VI.y S. 300.Note.
ff Or. H. B. Auerbach hat diese Thatsache von der späteren Ansiedelungder Juden in Frankfurt a. M. richtig ermittelt aus Angaben des Elieser b.Nathan in Ubsn lla-Xssr. Nach 1152 haben noch keine Juden daselbst gewohnt.(Lsrib Xbrs-llain. Xramlilurt g.. N.-1840. S. 26.)
ff Von den beiden Primärguellen über diese Verfolgung, den ErfurterAnnalen (in Pertz' Monnrasllta. dsroa. XVI. x. 34) und dem Mainzer Memor-buch, berichtet die erste: Xocksnr anno (1241) — s.lbsros.tio intsr Ollrisbis.noss-bgas ckuäs-sos irr villa rsgia Xraullsirvorb sxorba, sst 9. LsI. cknlil—d.h.23. Juni. Die Andere: pwa 'x '.i -stuf, rmu .-M unnpa-n —d. h. 24. Mai.Emendirt man in der ersten Quelle: Lai ckanii statt cknlii, so trifft es eben-falls auf den 24 Mai. In dem genannten Memorbuche (Ms. bei Carmoly)führen mehrere Märtyrer von Frankfurt den Beinamen mrir, was beweist, daßsie aus Frankreich dahin ausgewandert waren.