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Geschichte der Juden.
und Meir aus Rothenburg, dichteten Klagelieder*) auf diese Be-gebenheit. Ludwig erließ dabei ein Dekret, daß überall, wo nochTalmudexemplare gefunden würden, diese zu verbrennen seien, und dieJuden, welche sie nicht herausgeben wollten, ausgetrieben werdensollten 2). Der Schmerz der französischen Juden wegen dieser Vor-fälle war groß. Es war, als wenn ihnen das Herz herausgerissenworden wäre. Die Frommen pflegten alljährlich den Tag des Brandesdurch Fasten zu begehen.
Eine einzige gute Wirkung hatte der Scheiterhaufen für denTalmud; er entwaffnete nämlich zum Theil die Gegner der Mai-munisten und beschwichtigte die heftigen Leidenschaften der feindlichenParteien im Innern für den Augenblick. Von den Hauptgegnernder maimunistischcn Richtung war nur noch Jona Gerundi am Leben,der erst jüngsthin (man sagte 40 Tage vor dem Verbrennen desTalmud) die maimunischen Schriften durch die Hand der Dominikanerund Franciskaner in Paris hatte in Rauch aufgehen lassen. Alsnun Jona die Gehässigkeit des inquisitorischen Mönchsordens gegenden von ihm hochverehrten Talmud gewahrte, bereute er es austiefstem Herzen, sie zu Werkzeugen seines Hasses gegen Maimuni ge-braucht zu haben, und sah in dem Brande des Talmud eine göttlicheStrafe für das von ihm veranlaßte Verbrennen der maimunischenSchriften. Er war so sehr von seinem Unrechte durchdrungen, daßer seine Reue öffentlich iu der Synagoge aussprach und seinen Ent-schluß zu erkennen gab, zu Maimuni's Grab zu wallfahrten, dort sichtrauerverhüllt niederzuwerfen und den Schatten des großen, frommenMannes in Gegenwart von zehn Personen um Verzeihung zu bitten.Zu diesem Zwecke trat er sofort die Reise an, verließ Paris und be-rührte Montpellier, wo er ebenfalls in der Synagoge seine Reuewegen seines Verfahrens gegen Maimuni öffentlich aussprach ^).Dieser Schritt versöhnte die Gemüther. Die Gegner ließen ihrenGroll fahren und erkannten sich wieder als Brüder. Jona Gerundikonnte aber seinen Plan nicht ausführen, da er auf seiner Reise nachPalästina zuerst von der Barcelonaer Gemeinde und dann von derToledaner inständigst angegangen wurde, in ihrer Mitte zu weilenund den so schwer bedrohten Talmud in Spanien zu lehren; er blieb.In seinen Vorträgen nannte er geflissentlich Maimuni's Namen stets
fl Abraham Bedaresi Diwan (Ms.) bei Zunz zur Geschichte S. 462: vonMeir Rothenburg wurde die Zionide noiin bei dieser Gelegenheit gedichtet.Vergl. Note 5.
fl Dieselbe Note.
fl Hillel von Verona, Sendschreiben.