Die Disputation von Paris.
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gerichteten Fragen antworten. Als Nikolaus verlangte, daß R. Jechieleinen Eid ablegen sollte, nach bestem Wissen und Gewissen zu ant-worten, sonst sei zu befürchten, daß er durch Deuteleien und Aus-flüchte der Wahrheit aus dem Wege gehen würde, verweigerte R. Jechielden Eid. Er bemerkte nämlich, daß er in seinem Leben noch nichtgeschworen habe und daß er den Namen Gottes nicht unnöthig an-rufen wolle. Darauf befreite ihn die Königin vom Eide. Die Dis-putation, die nun vor sich ging, drehte sich um die beiden Punkte, obanstößige Stellen gegen die Gottheit und das sittliche Gefühl imTalmud vorkämen, und ob der Talmud Schmähungen gegen Jesusenthalte. Die Anschuldigungen wegen angeblich gotteslästerlicher undunsittlicher Aeußerungen suchte R. Jechiel zu entkräften. In Betreffdes letzten Punktes behauptete er, daß allerdings im Talmud Gehässigesvon einem Jesus, dem Sohne Pantheras, erzählt werde, daßdieses sich aber nicht auf Jesus von Nazaret beziehe, sondern aufeinen Namensverwandten, der lange vorher gelebt habe. Er ver-sicherte dieses ernstlich an Eidesstatt, weil ihn die Sage und dietalmudische Chronologie irregeführt hatten, daß der im Talmud vor-kommende Jesus nicht identisch mit dem Stifter des Christenthumssei. R. Jechiel machte auch unter Anderm geltend, daß der Kirchen-vater Hieronymus und andere Kirchenlehrer, welche den Talmudgekannt hätten, nicht behauptet haben: er enthalte Feindseligkeitengegen das Christenthum. Erst Nikolaus sei diese falsche Anklage Vor-behalten geblieben, weil er Bosheit und Rachegefühl gegen seineehemaligen Glaubensgenossen athme, die ihn wegen seines Unglaubensaus der jüdischen Gemeinschaft ausgeschlossen hätten.
Der Ausgang dieser Disputation ist nicht bekannt; nur so vielweiß man, daß die Censurcommission nichtsdestoweniger den Talmudzum Scheiterhaufen verdammte. Er wurde aber auffallender Weiseerst einige Jahre später angezündet. Aus allen Theilen Frankreichswurden wiederum auf eifrigen Antrieb des Mönches Heinrich dieTalmudexemplare und verwandte Schriften ausgesucht, den Besitzernmit Gewalt genommen, vierundzwanzig st Wagen voll davon auf einemPlatze in Paris zusammengebracht und an einem Tage (Freitag,Tammus — Juni 1242 st den Flammen übergeben. Zwei jungeMänner, ein Provenzale und ein Deutscher. Abraham Bedaresi
st Diese Zahl kommt in Loliibols I-slist vor, bei tzustiü und üLlmrädagegen nur 14 Wagen i Oollsstis igitur auotoritats rsZis. cls toto rsAuolAunoias euuetis libris Nslraiiä st l?a.risiis llsäustis una. äis sombustisunt aä guatuoräsciru gunäriAatas st ssx ulis, viss.
st Siehe Note 5.
Graetz, Geschichte der Juden. VII. 7